27.07.2026 / Bibel heute

Unsere Ursehnsucht ist der Hunger nach Gott

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?[...]

Johannes 6,28–40

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Maxi und der Hunger nach Sinn

„Alle machen Druck!“ Maxi sitzt in ihrer ersten Therapie-Stunde. Sie ist 18 Jahre jung und soll endlich in die Gänge kommen. Die Therapeutin erfährt vom großen Erwartungsdruck der Familie. Maxi hat zu funktionieren. Sie sagt leise: „Ich muss doch erst wissen, was und wohin ich will! Ich brauche Zeit!“ Die hat sie offensichtlich nicht.

Die Schlussfolgerung von Maxi: So wie ich bin, bin ich nicht richtig und nichts wert. Sie ist auf Sinnsuche: Wer bin ich überhaupt?

Kennen Sie das auch, mithalten und funktionieren zu müssen oder Ihrer Leistung wegen geliebt zu werden?

Auch im Johannesevangelium geht es um menschliche Leistung, Werke, Erwartungen, aber gleichzeitig auch um einen ungestillten Hunger.

Maxi hat sich nicht beschwert, dass sie materiell Hunger leidet. Ihre Seele leidet. Sie fühlt sich wie im Sturm auf tosendem Wasser. Sie fühlt sich nicht ernst genommen.

Während meiner Praxistätigkeit habe ich erfahren, dass der menschliche Hunger nach Wertschätzung, Liebe und Annahme die Hauptsehnsucht ist und man tut sehr viel dafür, oftmals Ungesundes oder gar Schädliches, um diesen Mangel zu stillen. Letztlich ist aber unsere Ursehnsucht der Hunger nach Gott, dem Vater.

Maxi´s Hunger nach Sinn hat Gott ihr ins Herz gepflanzt

In 1. Mose 2,7 steht: „Der Mensch wurde eine lebendige Seele.“ Dafür wird das hebräische Wort Nefesch verwendet. Es meint im hebräischen Denken den Menschen als Ganzes, als Einheit von Körper und Lebensgeist. Folglich muss auch unser Hunger ganzheitlich sein. So haben wir gleichzeitig einen Hunger nach Irdischem und nach Himmlischem.

Gott selbst ist der Urheber von Hunger nach Himmlischem, der Unendlichkeit und dem Sinn. In Prediger 3,11 steht: Gott hat die Ewigkeit in unser Herz gepflanzt. Ich liebe diese Wahrheit. Der Mensch ist für mehr als das Irdische geschaffen. Im Endlichen kommt sein Herz nicht vollständig zur Ruhe.

Cicero bekennt am Ende seines philosophischen Lebenswerkes: „Nachdem ich alles durchgemacht, finde ich nichts, das mir Ruhe brächte!“ Augustinus hingegen prägt den Satz: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, oh Gott!“ So trennend ihr Fazit auch ausgefallen ist, sie vereint doch ihr Hunger nach Himmlischem. Gott hat diese Sehnsucht auch in ihrem Herz verankert. Es ist ein göttlicher Hinweis auf unsere Herkunft und Bestimmung.
 

Jesus ist von Gott autorisiert, uns die unvergängliche Speise zu geben

Im heutigen Bibelabschnitt Johannes 6, 28-40 spricht Jesus die Seele an, die genährt werden will wie der Körper.

Geografisch sind wir in Kapernaum. Dort findet die Volksmenge Jesus. Sie wollen weiter mit irdischem Brot versorgt werden. Jesus durchschaut sie und sagt: „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters.“ Jesus geht es um den inwendigen Menschen. Beschafft euch von mir unvergängliche Speise für eure Seelen.

Was ist gemeint mit dem Siegel Gottes auf Jesus, dem Menschensohn? Wenn etwas beglaubigt wird, wird es auch besiegelt. Wie ein Siegel einen Willen oder eine Urkunde beglaubigt, so hat Gott  durch das Siegel seinen Sohn gekennzeichnet, um uns die unvergängliche Speise zu geben. Es geht Jesus um die innere Nahrung, die uns fehlt. Er sagt: Ich fehle in eurem Leben.

Die Volksmenge ist blind für Gottes Botschaft. Sie fragen Jesus nach Irdischem: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Siehe, was Mose vollbrachte, das waren Zeichen, als das Manna vom Himmel kam. Solche Wunder sollst du, Jesus, noch übertreffen, damit wir glauben können.“ Das Volk braucht sichtbare Zeichen um zu glauben: „Herr, gib uns allezeit dieses Brot!“
 

Der wahre Hunger des Menschen wird durch den Glauben an Jesus Christus gestillt

Jesus aber sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, der wird nicht hungern...“ Der Glaube an Jesus, sein Tod am Kreuz, schenkt das Leben über das irdische Leben hinaus.

Am Ende unseres Textabschnitts sagt Jesus, dass sein Vater das Leben denen geben will, die ihn sehen und an ihn glauben. Er will sie auferwecken am Jüngsten Tag. Das ist das Heilsversprechen von Jesus, dass sein Vater den Menschen Gutes tun will. Er will, dass sie seinen Sohn, Jesus, finden. Wie können sie ihn finden? Indem sie Jesus als den erkennen, der er ist und ihm vertrauen.

Die Zusage „am Jüngsten Tag“ auferweckt zu werden bedeutet, dass der Tod nicht das Ende ist. Es ist das Versprechen, dass Menschen, die an Jesus glauben, bei Gott weiterleben werden.
 

„Wer bin ich?“ In der Beziehung zu Jesus finden wir unsere wahre Identität

Die ´Wüstenzeit´ von Maxi endet, als sie erkennt, wer ihre Seele wirklich satt macht. Sie findet in Jesus einen sicheren Hafen und Ankerplatz, Schutz, Orientierung und Lebenssinn. Sie kann sich jetzt im Zitat von Augustinus wiederfinden: „Unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir, oh Gott.“

In der Beziehung zu Jesus hat Maxi auch die Antwort auf ihre „Wer-bin-ich-Frage“ gefunden. Sie kann erkennen, dass sie nach dem Bild Gottes geschaffen ist, was ihr eine unantastbare Würde verleiht. Ihr wahrer Wert wird für sie jetzt fassbar. Mit Jesus wird auch Maxis Identität neu definiert (2. Korinther 5,17). In ihrer neuen Identität weiß sie sich in allen lebenswichtigen Bedürfnissen von Jesus genährt und getragen.

Jesus selbst identifiziert sich mit dem alttestamentlichen Gottesnamen „Ich bin, der ich bin“ (2. Mose 3, 14) als der „Ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6, 35) und unterstreicht damit seine göttliche Identität.

Neugierig geworden?

Maxi hatte viele Fragen und fand Antworten darauf. Wer bin ich? Wer ist Jesus? Wer macht mich wirklich satt? Ich wünsche Ihnen, dass Maxi Sie ermutigt, sich auf den Weg nach Antworten auf diese Fragen zu machen, ganz egal in welchen Umständen Sie sich gerade befinden. Oder fragen Sie ihn doch gleich selbst: Jesus, wer bist du wirklich?

Autor/-in: Simone Unger