02.10.2025 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Trübe Aussichten? Nicht unbedingt!
Denn so spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und deine Wunden sind unheilbar. Deine Sache führt niemand; da ist keiner, der dich verbindet, es kann dich niemand heilen. Alle deine Liebhaber haben dich vergessen, fragen nichts nach dir. Ich habe dich geschlagen wie einen Feind mit unbarmherziger Züchtigung um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen.
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Die Lage ist ernst im Königreich Judäa vor 2600 Jahren. Die Bedrohung durch die babylonischen Feinde ist mit Händen zu greifen, die Zukunftsaussichten düster. Im Buch des Propheten Jeremia, Kapitel 30, Verse 12 und 13 klingt das so:
Israel, du bist böse zugerichtet worden, deine Wunden sind unheilbar. Keiner tritt für dich ein, niemand verbindet deine Wunden, es gibt keine Hoffnung auf Heilung mehr für dich! Jeremia 30, Vers 12-13 (Übersetzung: HFA)
Was ist passiert?
Vergeblich haben Generationen von Propheten immer wieder vor dem drohenden Gericht Gottes gewarnt. Sie haben Umkehr und Buße angemahnt. Aber ihrer Botschaft hat man in den Wind geschlagen.
Jetzt ist es so weit. Gottes Strafgericht bricht an und es gibt kein Entrinnen. Deine Wunden, sagt Jeremia den Judäern, sind unheilbar. Nach menschlichem Ermessen gibt es keine Hoffnung mehr.
Wie gut, dass das nicht alles ist, was Gott zu sagen hat. Durch den Propheten Jeremia lässt Gott mitteilen, dass die Zeit kommen wird, in der er das Schicksal seines Volkes wieder zum Guten wendet. Das steht im direkten Anschluss an die zitierten trostlosen Zeilen in Jeremia 30.
Was lerne ich aus diesem Text? Gott lässt sich nicht spotten. Wenn er vor möglichem Verderben warnt, dann sind das keine leeren Worte. Aber: Selbst, wenn die Lage aussichtslos erscheint, die Wunden unheilbar sind und es keine Hoffnung mehr auf Heilung gibt, kann sich Gottes Gnade durchsetzen und die Dinge wieder zum Guten wenden.