07.07.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Sorgen

Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Bitterkeit getränkt bin! Du wirst ja daran gedenken, denn meine Seele sagt mir’s. Dies nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch:[...]

Klagelieder 3,19-22

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Sorgen habe eine unangenehme Eigenschaft: Man kann sich so richtig in ihnen einkreiseln. Auch der Autor der biblischen Klagelieder kennt das:

„Der Gedanke an meine Not und Verlassenheit macht mich bitter und vergiftet mein Leben. Trotzdem muss ich daran denken, und das wühlt mich bis ins Innerste auf.“ (Klagelieder 3,19-20 - BasisBibel)

Der Schreiber dieser Zeilen hatte tatsächlich allen Grund zur Sorge. Das Südreich Juda war Geschichte. Der letzte territoriale Überrest des ehemaligen Königreichs Israel ist von den Feinden erobert. Der Tempel in Jerusalem gleicht nur noch einem Trümmerhaufen.

Hoffnung auf eine positive Zukunft? Fehlanzeige!

Und dennoch bleibt der Dichter dieses Klageliedes nicht beim Lecken der eigenen Wunden stehen. Er schreibt:

„Deshalb will ich in mich gehen und meine Hoffnung auf den HERRN setzen: Ja, seine Güte hört nicht auf. Sein Erbarmen hat noch lange kein Ende.“ (Verse 21-22)

Das Vertrauen auf Gottes unwandelbare Güte und sein Erbarmen ist mehr als nur ein Glaubenssatz. Es trägt in den Krisen meines Lebens. Auch wenn ich keine Zukunftsperspektive mehr erkennen kann, hilft es, dass die Sorgen nicht das alles Bestimmende bleiben – denn Gott hat eine Zukunft für mich.

Autor/-in: Oliver Jeske