20.10.2026 / Lied der Woche

Sonnengesang (3/7)

Warum klingt der Text von Albert Freys neuem Song so altertümlich?

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Der Sonnengesang – nach dem mittelalterlichen Gedicht von Franz von Assisi, musikalisch neu interpretiert von Albert Frey.

Dass der Text zum Song, der von Andrea Adams-Frey gesungen wird, aus dem Mittelalter stammt, kann man an mancher fremd klingenden Wortwahl erkennen: Da wird von Bruder Wind und Schwester Wasser gesprochen.  Solche Formulierungen nutzte Franziskus schon vorher: er bezeichnete die Armut zum Beispiel als seine „Herrin“. Ähnliche Redewendungen kannte man aus dem Minnegesang, sozusagen die Popmusik jener Zeit.

Wohl weil die Sprache des Mittelalters uns heute fremd erscheint, wird das Gedicht von Franz von Assisi gern als kitschige Naturromantik abgetan. Dabei macht Franziskus gleich in der ersten Zeile seines Gedichts klar, dass nicht die Natur im Mittelpunkt seines Textes steht. Da lautet es: „Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.“ Diese Fokussierung auf Gott zieht sich die wiederkehrenden Anfangsworte der weiteren Strophen durch: „Laudato si, mi‘ signore“ - Gelobt seist du, mein Herr.

Was ich mit Sonne, Mond und Sterne gemein habe: Dass mich die gleiche Hand geschaffen hat. Sie laden mich zum Staunen ein über Gott und seine herrlichen Werke – die Einladung will ich annehmen.

Das Video zum Lied

Autor/-in: Tanja Rinsland