15.05.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Schreck lass nach
Und seitdem wir das gehört haben, ist unser Herz verzagt und es wagt keiner mehr, vor euch zu atmen; denn der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.
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Schreck lass nach.“ Das sage ich erschrocken, wenn ich einen Termin vergessen habe. Wobei ein Schrecken von ganz unterschiedlicher Qualität sein kann. Wenn etwas schrecklich und bedrohlich ist, dann sind Menschen nicht so entspannt. Sie wollen, dass der Schreck aufhört, bevor er sie krank macht.
Vor etwa 3200 Jahren an der Grenze des verheißenen Landes geht ein Schrecken um, der nicht so leicht zu verdrängen oder zu betäuben ist.
Der Schrecken kommt direkt von Gott und verängstigt Menschen, die sein Volk Israel bedrängen oder bekämpfen. Eine Frau aus Jericho hat allen Grund zu erschrecken, denn sie entdeckt feindliche Kundschafter in ihrem Haus. Aber sie reagiert besonnen. Ihr Name: Rahab. Von Beruf Prostituierte. Ihr ist klar: „Die Spione in meinem Haus gehören zu Gottes Volk. Gegen diesen Gott komme ich nicht an. Ich beschütze die Männer. So kann ich vielleicht mich und meine Familie retten.“
Sie versteckt die Kundschafter, die Josua, der Leiter des Volkes Israel nach Jericho geschickt hat. Gegenüber den Israeliten begründet Rahab das so: „Ich weiß, dass der Herr euch das Land gegeben hat; denn ein Schrecken vor euch ist über uns gefallen.“ (Josua 2,9)
Die Redewendung „Schreck lass nach“ reicht nicht. Das weiß Rahab. Sie erlebt den Gott Israels als einen, der Schrecken verbreitet – aber offensichtlich hilft er Menschen, die sich auf seine Seite stellen. Rahab formuliert ihre Überzeugung gegenüber den israelitischen Männern so (Josua 2,11): „Unser Herz ist verzagt und es wagt keiner mehr, vor euch zu atmen; denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden.“
Rahab und ihre Familie werden tatsächlich beim Angriff auf Jericho gerettet. Denn Gott hat die Macht dazu und handelt auf Erden.
Das will auch ich im Hinterkopf haben, wenn mir das nächste Mal der Schreck in die Glieder fährt. Statt zu rufen: „Schreck lass nach“ – bitte ich Gott: „Herr, hilf mir. Zeig mir eine Lösung.“