07.08.2024 / Audio-Beiträge
Regeln oder Geschenk?
Katrin Faludi über Johannes 19,31.
Die führenden Männer des jüdischen Volkes wollten die Gekreuzigten nicht bis zum nächsten Tag, einem Sabbat – der wegen des Passahfestes noch dazu ein besonderer Sabbat war –, am Kreuz hängen lassen. Um den Tod schneller herbeizuführen, baten sie Pilatus, dass man ihnen die Beine brach. Dann konnten die Leichname vom Kreuz abgenommen werden.
Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!
Hattet ihr schon mal Angst, dass euch etwas ein Fest verderben könnte? Kommt häufiger vor. Als Jesus und zwei Verbrecher gekreuzigt wurden, hatten die jüdischen Priester Sorge, dass die sterbenden Männer die Freude am Passahfest trüben könnten. „Um den Tod schneller herbeizuführen, baten sie Pilatus, dass man ihnen die Beine brach“ (Johannes 19,31), berichtet die Bibel. Wer will schon wichtige religiöse Feste bei Leichengestank feiern? – Eben! Klingt alles ganz schön zynisch, oder? Aber so kann Religion sein. Sie wird zynisch und menschenverachtend, wenn zwei Dinge gegeneinander ausgespielt werden: Gottes Regeln und Gottes Geschenk. Gottes Geschenk ist das Leben. Die Regeln dienen ihm – nicht umgekehrt. Jesus hat genau dafür eingestanden. Doch viele wollten ihn nicht verstehen.
Katrin Faludi