02.05.2026 / Bibel heute

Regelmäßiges Gebet

Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.[...]

Epheser 6,18–24

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Der Epheserbrief: Hintergrund und Themen

Das sind die letzten Verse aus dem Epheserbrief. Paulus schreibt diesen Brief, als er im Gefängnis sitzt. Er erzählt darin, wie sich die gute Nachricht entwickelt hat. Er hebt hervor, was Christus für die Gemeinde getan hat. Und beschreibt, wie sich das auf das Leben der Nachfolger Jesu und der christlichen Gemeinde auswirkt. Er schreibt von der Einheit der Gläubigen, die der Geist Gottes wirkt.
 

Die geistliche Waffenrüstung und das Gebet

In den Versen vorher wird die geistliche Waffenrüstung beschrieben. Die Christen in Ephesus sollen sich mit Wahrheit, Gerechtigkeit und dem Evangelium des Friedens ausrüsten. Das Schild des Glaubens, der Helm des Heils und das Schwert des Geistes sind ebenfalls Teil der Ausrüstung. Und wofür? Damit sie geschützt sind und gegen die listigen Anschläge des Teufels bestehen können (Epheser 6,11). So können sie diese Angriffe überwinden. Wenn der Kampf gewonnen ist, können sie auch danach noch aufrecht stehen (Epheser 6,13 NL). Paulus schließt die Aufforderung an, intensiv mit Bitten und beharrlichem Flehen für alle Heiligen einzustehen. Genauso sollen die Leser des Briefes auch für ihn beten.

Er fordert sie auf, allezeit mit Bitten und Flehen im Geist einzustehen; Gebete unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes zu sprechen. Das sind nicht unsere eigenen Gedanken, sondern die Worte, die dem Willen des Vaters entsprechen.

Paulus bestärkt sie „Allezeit mit Bitten und Flehen im Geist“ einzustehen. Allezeit, nicht nur sonntags, oder vor dem Schlafen gehen oder bei Problemen. Das Wort, das hier im Griechischen für „Allezeit“ verwendet wird, bedeutet „von Zeit zu Zeit“ im Sinne von regelmäßig. Folglich fortlaufend beten, zu jeder Zeit. Durch das beständige Gebet wird auch die geistliche Waffenrüstung eingesetzt. Ohne Gebet ist das nicht möglich.
 

Wachsam beten – das Beispiel Hannas

Durch das Gebet um Schutz wird Gott einen Schutzraum über und um den Betenden aufrichten. In den Versen davor wird deutlich, weshalb Gebet so wichtig ist. Auf diese Weise für meine Familie und meine Freunde im Gebet einzustehen, ist verständlich. Paulus sagt aber, Christen sollen für alle Heiligen beten. Was für ein Vorrecht, zu wissen: Ich brauche die andere Person nicht kennen, für die ich bete. Gott kennt die fremde Person bei ihrem Namen, er weiß, was sie braucht. Der Heilige Geist wird mir im Gebet Ideen schenken, wofür ich beten soll. Ich denke dabei gerade an die Christen, die verfolgt werden. Diese Geschwister brauchen besonders den Schutz Gottes, und dafür können wir uns im Gebet einsetzen. Auch Paulus bittet hier, dass alle, die den Brief lesen, für ihn beten. Sein Wunsch ist es, dass er „freimütig das Geheimnis des Evangeliums verkünden“ wird.

Ein Wort, das mir noch aufgefallen ist, ist das Wort „wachen“. „Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen.“ (Epheser 6,18). In einer anderen Bibelübersetzung steht an dieser Stelle: „Bleibt wachsam und betet auch beständig für alle, die zu Christus gehören“ (NL). Das erinnert mich an die Geschichte von Hanna. Diese steht im Lukasevangelium, Kapitel 2, Vers 37 und 38. Hanna ist 84 Jahre alt und ihr Mann ist schon lange gestorben. Von ihr wird berichtet, dass sie Gott dient mit Gebet und Fasten Tag und Nacht. Eines Tages sind auch Maria und Josef mit Jesus im Tempel. Da kommt Hanna dazu und beginnt Gott zu loben. Allen, die auf die verheißene Erlösung Israels warten, erzählt Hanna von Jesus. (Lukas 2,37–38)

Hanna dient Gott Tag und Nacht. Sie ist wach im Geist. Sie beobachtet, sieht hin und hört zu. Sie ist bereit, erkennt die Situation und handelt entsprechend. Sie erkennt, dass Jesus der versprochene Erlöser ist. Daraufhin lobt Hanna Gott und erzählt es weiter. Das bedeutet für mich wachsam sein.
 

Im Gebet verbunden – Tychikus als Bote und Freund

Auch heute möchte ich erkennen, was Gott tun will. Durch meine Beziehung mit dem Heiligen Geist wird er mir zeigen, was der Vater tun möchte. Ich verbringe Zeit mit ihm und darf meine Fragen stellen. Durch dieses aufmerksame Sein lerne ich immer mehr zu erkennen, wo und wie ich mich verhalten möchte. Im Vertrauen auf Jesus kann ich dann entsprechend vorangehen und danach handeln. Das ist ein aktiver Prozess, der mein aufmerksames Hinhören und wachsames Handeln fordert. Diese Beziehung mit Gott ist das Wichtigste und Wertvollste Geschenk in meinem Leben.

Zurück zu Paulus: Er kann nicht einfach reisen, weil er zu dieser Zeit im Gefängnis sitzt. Er ist darauf angewiesen, dass ein anderer den Brief überbringt. Paulus schickt einen Mann, den er kennt und liebt, um seine Botschaft zu überbringen. Jemanden, der auch Anteil an seinem Leben hat, der dabei ist und davon erzählen kann. Und jemand, dem Paulus zutraut, auch die Anliegen der Christen in Ephesus anzuhören und ihm, Paulus, nach seiner Rückkehr wieder davon zu berichten. Dafür hat er seinen Freund Tychikus ausgewählt. Ihm ist dieser Botendienst möglich. Er hat die Ressourcen, Begabungen und die Möglichkeit, das zu tun. Es ist ein Geschenk der Freundschaft, miteinander unterwegs zu sein und sich gegenseitig zu ergänzen. Auch mit einem wachen Geist und im Gebet. So unterstützen wir uns auch heute noch in der Gemeinde Jesu.

Ich schließe mit den Segensworten von Paulus. Ich wünsche Ihnen Frieden, Liebe und immer stärkeren Glauben. Das schenke Ihnen Gott, unser Vater, Jesus Christus, unser Herr! Gottes Gnade sei mit Ihnen, die Sie unsern Herrn Jesus Christus lieben, und schenke Ihnen unvergängliches Leben! (in Anlehnung Vers 23+24 HfA)

Autor/-in: Rebecca Hamberger