04.08.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Psychologische Kriegsführung

Als Hiskia den Brief gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN.

2. Könige 19,14

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Der russische Präsident Wladimir Putin lügt, dass sich die Balken biegen, und rechtfertigt damit seinen Angriffskrieg auf die Ukraine. Sein Gegenspieler Wolodymyr Selenskyi tritt in der Öffentlichkeit fast ausschließlich in der Militärfarbe oliv auf und verkündet dabei Durchhalteparolen.

Psychologie ist oft der entscheidende Faktor in einem Krieg. Diese Erkenntnis ist gar nicht neu. Im achten Jahrhundert vor Christus fällt das Großreich Assyrien mit seinen Truppen über Juda her, ist der südliche Teil  Israels. Nur die Hauptstadt Jerusalem ist noch nicht eingenommen. Der assyrische König Sanherib wird durch andere Verpflichtungen vom Sturm auf Jerusalem abgehalten. In dieser Situation schreibt er an seinen Gegner Hiskija einen Brief nach dem Motto: „Wenn du meinst, dein Gott wird dir helfen, dann bist du aufgeschmissen!“

Wie reagiert Hiskija? Von ihm heißt es:

„Nachdem er (den Brief) gelesen hatte, ging er zum Tempel hinaus und legte ihn dem HERRN vor.“ (2. Könige 19,14b – BasisBibel)

Hiskija ist kein Typ, an dem die Anfeindungen einfach abprallen. Aber er reagiert auf die psychologische Kriegsführung klug: Er lässt sich nicht abbringen vom Vertrauen auf seinen Gott, den einzig wahren Gott. Er weiß: Gott ist ungleich größer als jeder menschliche Herrscher, auch größer als sein aktueller Feind, der scheinbar unbesiegbare Assyrerkönig. Und Hiskijas Vertrauen wird tatsächlich nicht enttäuscht.

Die weltpolitischen Herausforderungen heute sind groß. Auch ich will meinem Gott vertrauen, der größer ist und Herr über all diese Probleme ist und bleibt.

Autor/-in: Oliver Jeske