19.04.2026 / Bibel heute
Plötzlich ist es still
Ein Psalm und Lied Asafs, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«. Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist. »Wenn meine Zeit gekommen ist, werde ich recht richten.
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Lobpreis und Gottes Reden in der Versammlung
"Danke!" - "Danke Gott!"
Zu Beginn sind aus allen Ecken diese Worte zu hören. Bis Lobpreis sich Bahn bricht: "Wir preisen dich, Gott!" "Wir rühmen deinen Namen! Du hast Wunder vollbracht!"
Immer mehr Stimmen rufen in die Versammlung hinein.
Und fast wie von selbst bilden sich kleine Gruppen. Überall werden die großen Taten Gottes erzählt. So groß ist die Erleichterung. Er, der große allmächtige Gott, hat sich erbarmt. An seinem Handeln wird er erkannt.
"Ich werde einen Zeitpunkt bestimmen, ..." Plötzlich ist es still. "Ich werde einen Zeitpunkt bestimmen. Dann halte ich umfassend Gericht.", verlautet es.
Das ist Gottes direktes Reden. Auch das wird sofort erkannt. "Sollte die Erde beben mit allen Bewohnern, die auf ihr leben - ich selbst habe die Säulen der Erde auf festen Grund gestellt."
Immer noch herrscht eine unbeschreibliche Stille.
So, in etwa, stelle ich mir eine Versammlung zur Zeit des Asaf vor. Es hat eine Zusammenkunft gegeben. Das Volk hat sich getroffen. Und vielleicht ist ein Prophet nach vorne getreten. Er hat das Wort ergriffen. Das Wort, das er direkt von Gott gehört hat.
Ist das spannend. Gott selbst redet. Gott höchstpersönlich spricht zu seinem Volk. Lässt sich der Prophet Zeit? Wartet er, bis er die volle Aufmerksamkeit hat? Was Gott zu sagen hat, ist von größter Wichtigkeit.
Gott ist derjenige, der über Anfang und Ende bestimmt. Gott hat den Zeitplan, selbst wenn Krisen und Notzeiten drängen.
Susannes Geschichte: Warten auf Gottes Zeitplan
Wie sieht das im Alltäglichen aus?
In einem Gemeindetreff könnte Psalm 75 und Gottes Zeitplan das Thema sein. Mit der Geschichte aus Susannes Leben könnte gestartet werden:
Susanne ist eher der ungeduldige Typ. Für sie ist es total unbequem, auf Gott in Jesus Christus zu warten. Aushalten oder durchhalten steht nicht auf Susannes Vorzugsliste. Das ist ihr schon häufiger klar geworden.
Denn in Susannes Leben hat es die unterschiedlichsten unangenehmen Zeiten gegeben. Die längste dauerte über zehn Jahre. Immer wieder hat sie Gott um Lösungen gebeten. Und immer wieder hat Susanne seine Nähe gespürt.
Sie hat gewusst, dass er sich kümmert. Doch es hat gedauert und gedauert, bis sich das Blatt gewendet hat.
Susanne betont, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn als die Wende eingetreten ist, ist vieles gut geworden. Andere schwierige Zeiten sind nicht so lang gewesen. Dennoch haben sie sich auch dann in einem zähen Ringen hingezogen. Aber jedes Mal ist sie froh gewesen, mit Jesus die Herausforderungen ausgehalten und durchgehalten zu haben.
Susanne gibt Jesus Christus in ihrem Leben den Raum zu handeln. Er ist für ihre Zeitpläne zuständig.
Gott als Schöpfer, Herr und Richter
Und Er ist für die Zeitpläne zuständig, die das Große und Ganze betreffen. In Psalm 75 Vers 4 steht geschrieben: "Sollte die Erde auch beben, mit allen Bewohnern, die auf ihr leben - ich selbst habe die Säulen der Erde auf festen Grund gestellt."
Selbst wenn die Erde bebt, hat Gott sie auf feste Säulen gestellt. Gott, der Schöpfer, ist der Herr über Himmel und Erde. Er hat die Kraft und die Macht.
Gott ist der Hocherhabene. Er hat den Kalender und wird bestimmen, wann was geschieht. Das steckt für mich in diesen Aussagen.
Und er ist der Richter. Das ist in diesem Psalm ebenso zu lesen. Der Gott Jakobs wird die Macht der Frevler zerschlagen. Weil Gott Gott ist, ist ihm die Rechtsprechung überlassen.
Petrus, Evas Hahnenschrei und die Lektion der Demut
"Kikeriki!" Plötzlich reißt dieser Hahnenschrei Eva aus ihren Gedanken. "Kikeriki!" Das ist ihr Handy. Mit Absicht hat sie diesen Klingelton gewählt. "Kikeriki!", ertönt es noch einmal.
Eva sieht auf dem Display Susannes Namen. Seit dem ersten Gemeindetreff sind sie befreundet. Eva geht ran. "Hei, hab' da grad' was gelesen. Wird dich interessieren. Von wegen Psalm 75 und so. Hab' grad' den fünften Vers gelesen." Aufgeregt dröhnt Susannes Stimme in Evas Ohr. "Und da ist mir Petrus und dein Klingelton eingefallen."
Eva kommt gar nicht dazwischen. Sie lässt Susanne weiter reden: "Petrus verleugnet Jesus und so. Du weißt schon. Haben wir neulich zusammen gelesen. Steht im Matthäusevangelium Kapitel 26 ziemlich weit hinten. Ein Segen hat Jesus alles auf sich genommen. All das, was sich so ansammelt. Ich bin nur froh, zu ihm zu gehören."
Sie reden eine ganze Weile hin und her. Tatsächlich hat Eva diesen Ton gewählt, um an die Geschichte von Petrus zu denken. Nachdem der Hahn dreimal gekräht hat, ist Petrus sozusagen ein Kronleuchter aufgegangen. Und er weinte bitterlich.
Petrus hat seine Lektion gelernt.
Auch das Volk Gottes hat zur Zeit des Asaf seine Erfahrung gemacht. Es ist bis in den Staub gedemütigt gewesen. Jerusalem hat in einer schweren Krise, hervorgerufen durch Assyrien, gesteckt. Doch Gott hat eingegriffen. Noch kurz bevor es nach menschlicher Einschätzung der Lage zu spät geworden wäre.
Und wie geht es mir damit? In Psalm 75 Vers 5 steht geschrieben: "Ich sage zu den Angebern: Seid doch nicht so eingebildet." Ist das eine Warnung an mich?
Wo erhebe ich mich? Hat sich Einbildung eingeschlichen?
Petrus ist einsichtig. Er weint bitterlich. Und er bleibt an Jesus. Das ist auch meine Motivation. Ich nehme das Angebot der Vergebung an.
Bildlich gesprochen, nehme ich den Kelch des Heils an. Der Becher mit dem schäumenden Wein, mit den bitteren Gewürzen und dem Hefesatz am Boden geht an mir vorüber. Und da bin ich ganz bei dem, was Susanne zu Eva sagt: "Ein Segen hat Jesus alles auf sich genommen." Auch ich bin froh, zu ihm zu gehören.