27.05.2026 / Das Gespräch

Paul Gerhardt: Gottvertrauen in Dur und Moll

Mit Dr. Ute Zintarra auf den Spuren des großen Kirchenliederdichters.

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„Es kann uns, wenn unsere Seele aufgewühlt ist und sich ängstigt, ein Trost sein, zu sehen, wie andere einen Trost gefunden haben." Mit diesen Worten würdigte Bundespräsident Joachim Gauck den Dichter Paul Gerhardt – einen Mann, der vor 350 Jahren starb und dessen Worte bis heute nichts von ihrer Kraft verloren haben.

Das zeigt auch ein Blick ins 20. Jahrhundert: Als Dietrich Bonhoeffer aufgrund seines Widerstandes gegen Adolf Hitler verhaftet worden war, schrieb er seiner Familie aus dem Gefängnis: „Es ist gut, Paul Gerhardts Lieder zu lesen und auswendig zu lernen, wie ich es jetzt tue." Und die Berliner Jazzsängerin Sarah Kaiser brachte Gerhardts Texte in dem Soul-Jazz-Album "Gast auf Erden" neu zum Klingen – und begeisterte damit Tausende Menschen.

Paul Gerhardt (1607–1676) lebte in einer Zeit voller Erschütterungen. Trotzdem spiegeln die Verse des Kirchenliederdichters neben Klage und Verzagtheit auch Gottvertrauen und Zuversicht. Johann Sebastian Bach hat Gerhardts Texte später in seinen Passionen aufgriffen und damit weltweit bekannt gemacht. Aber auch im wöchentlichen Gottesdienst hat Paul Gerhardt bis heute oft einen angestammten Platz: Im Evangelischen Gesangbuch finden sich 26 seiner Lieder.

In dieser Sendung spricht die Musikwissenschaftlerin Dr. Ute Zintarra mit Hanna Willhelm über das Leben und die Lieder Paul Gerhardts: Was machte seine Dichtung so zeitlos? Und was können seine Worte uns heute noch sagen – im Alltag, im Zweifel, in der Trauer?
 

Für alle, die mehr von und über Paul Gerhardt erfahren möchten, hat die Paul-Gerhardt-Gesellschaft einen Veranstaltungskalender ins Netz gestellt, aus dem Sie Veranstaltungen und Veranstaltungsorte zum Jubiläumsjahr entnehmen können.  

Autor/-in: Hanna Willhelm