02.06.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Noch Luft nach oben

Und ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.

Jeremia 30,22

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Die Toten Hosen singen in ihrem Lied „Tage wie diese“ im Refrain: “An Tagen wie diesen
wünscht man sich Unendlichkeit.”
Solche absoluten Sätze sind für mich immer eine Herausforderung, denn es regt sich sofort Widerspruch in mir. Selbst sehr wohlwollend nachgedacht, kann ich mich wirklich an keinen Tag erinnern, den ich mir für immer gewünscht hätte. So perfekt, so voller Liebe, Frieden, Freude, Sorglosigkeit.

Ich bin mir auch sicher, dass es das hier in diesem Leben nie geben wird. Aber: ich habe eine Vorstellung, wie es sein könnte. Und in diese Vorstellung gehört Gott unbedingt mit hinein.

Ein wunderbares Bild dafür gibt mir die Bibel im Buch des Propheten Jeremia. Dort, im 30. Kapitel, finde ich folgenden Vers:

Ihr sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein.

Dieser Vers ist flankiert von Schicksalsschlägen, die der Prophet dem Volk Israel androhen muss. Aber es werden auch viele Veränderungen in Aussicht gestellt, die die Geschicke des Volkes zum Guten wenden. Urheber ist Gott selbst. Und Gott weitet auch den Blick auf eine Zeit, in der die Gemeinschaft mit ihm ungetrübt sein wird.
Diese Zukunft hat sechshundert Jahre später mit Jesus Christus begonnen, aber ihre Vollendung steht noch aus.

An dieser ungetrübten Gemeinschaft mit Gott will ich erstens Anteil haben, und zweitens will ich dann wirklich nicht, dass diese Zeit endet.

Autor/-in: Claudia Mertens