05.09.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Niemals vergessen
Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!
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Als Vater erlebe ich Momente, die bringen einen gleichzeitig zum Lachen und ins Nachdenken. Ich erinnere mich an folgende Situation: Ich schlendere mit meiner Frau seelenruhig durch das Einrichtungszentrum, als diese mich überrascht fragt: „Wo ist denn unser Einkaufswagen, in dem unsere Tochter sitzt?“ „Gute Frage“, denke ich „eben habe ich doch beide noch vor mir hergeschoben…“.
Geschockt laufe ich den Weg zurück, den wir gekommen sind. Um die erste Ecke, die zweite Ecke, die dritte… da sehe ich sie im Einkaufswagen sitzen. „Papa, wo warst du? Hast du mich vergessen?“ Was antwortet man da? „Ich war so in Gedanken …“ Heute lachen wir als Familie über diese Situation, weil sie einfach so unglaublich ist.
Wie kann ein Vater sein Kind irgendwo stehen lassen? Einfach vergessen? Eigentlich eine rhetorische Frage, wie sie sich auch schon der Prophet Jesaja vor 2.600 Jahren gestellt hat. Sie findet sich in der Bibel im Buch Jesaja Kapitel 49 Vers 15: „Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen?“ Natürlich nicht, und doch passiert es immer wieder. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Oftmals ist der Grund: „Ich war mit meinen Gedanken ganz woanders.“ Oder der: „Ich möchte auch mal nicht immer nur an das Kind denken müssen.“
Wie gut, dass der Vater im Himmel, Gott, so ganz anders ist als die Menschen. Deshalb hat er durch den Propheten Jesaja ausrichten lassen: „Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!“
Auch, wenn Sie sich manchmal so vorkommen, als hätte Gott Sie vergessen: Das ist nicht wahr. Sie sind sein Kind. Er ist ihr himmlischer Vater. Er würde Sie nie irgendwo stehen lassen. Er denkt an Sie – immer.