02.08.2026 / Wort zum Tag
Neubau auf altem Grund und Boden
Da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von Neuem dienen wollt?
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In unserer Familie haben wir zurzeit ein Bauprojekt: Ein nicht mehr zu renovierendes Haus muss abgerissen werden, ein Neubau auf dem alten Grund und Boden soll errichtet werden. Wir sind gespannt, wie das neue Haus auf das alte Grundstück passt - und die neuen Bewohner freuen sich schon darauf, in ihm zu leben. Auch im Gotteswort aus dem Galaterbrief für heute geht es um einen Neubau auf altem Grund und Boden unseres Lebens, in dem es sich gut wohnen lässt und der im Gegensatz zu unserem familiären Neubau schon abgeschlossen ist, aber in dem doch jeder Tag mit seinen Höhen und Tiefen gelebt wird.
Der Apostel Paulus schreibt:
Da ihr Gott erkannt habt, ja viel mehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? (Galater 4,9). Gott kennt uns. Er weiß, wer wir sind, er kennt uns als seine Kinder. Auch meine Frau und ich kennen die Sonnen- und Schattenseiten unserer eigenen Kinder – und haben sie lieb. Gott kennt uns und schenkt uns seine Liebe. Neues entsteht auf dem alten Grund und Boden unseres Lebens. „Nieder mit Gott“, so hat es jemand einmal an eine Kirchenmauer gesprayt. Zwar kann man das Gott nicht befehlen - und der Sprayer hat es ja auch anders gemeint -, aber Gott kam in Jesus Christus in unsere Niedrigkeit. Im ohnmächtigen Jesus Christus am Kreuz wird die Macht seiner Liebe zu uns deutlich, in der Schwachheit des Gekreuzigten zeigt uns Gott, dass er eine Schwäche für uns Menschen hat, die ja gerade seine Stärke ist. Neues ist in unser altes Leben gekommen – wie ein Neubau auf altem Grund und Boden. In diesem Neubau lässt es sich gut leben.
Trotz dieser befreienden Botschaft beobachtet Paulus eine seltsame Dynamik. Er weiß, Menschen neigen dazu, immer wieder in alte Muster zurückzufallen. Davor warnt er und ermutigt: Nun lebt auch so, sehnt euch nicht zurück zu eurem früheren Leben, in dem ihr von Christus noch nichts wusstet, vergesst ihn nicht wieder. Neues ist doch geschehen auf dem alten Grund und Boden eures Lebens. Lebt Versöhnung in eurem Leben, lebt Frieden, lebt Liebe – all das hat euch Christus geschenkt. All das kann ich nur vermehren, indem ich es teile. Wir alle - auch sie liebe Hörerinnen und Hörer - sind eingeladen zu diesem neuen Leben.
Früher mehr als heute trugen Menschen Armbändchen mit den Buchstaben W. W. J. D. Das steht für „What would Jesus do?“ (deutsch „Was würde Jesus tun?“). Hinter dem Slogan steht die Idee, durch solche Armbänder daran erinnert zu werden, sich bei allem, was ich tue, zu fragen, wie Jesus Christus in dieser Situation reagieren, handeln oder denken würde. Der Ausdruck ist dem Roman In His Steps von Charles Sheldon aus dem Jahr 1896 entlehnt und die Grundlage, auf der dort eine Gemeinde Ihre Entscheidungen trifft. Eine großartige Erinnerung im alltäglichen Leben an unser Gotteswort für heute.
Mir gefällt das Lied von Werner Hoffmann: Neue Schritte wagen, gehn in deiner Spur, Jesus, du gehst mir voran.
Hilfst mir, dir zu folgen, gibst mir Korrektur,
zeigst mir, wo ich gehen kann.
Neues Leben finden: Christsein wird konkret,
wenn man sich an Gott verliert,
wenn man wie ein Jünger hinter Jesus
geht, und vertraut, wie Jesus führt.