04.07.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Namen

Und er sprach: Nenne ihn Lo-Ammi*; denn ihr seid nicht mein Volk, so will ich auch nicht der Eure sein.

Hosea 1,9

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Haben Sie Ihre Eltern schon mal gefragt, warum sie Ihnen genau diesen Namen gegeben haben? Ich finde das faszinierend. 

Der Vorname meines Vaters bedeutet unter anderem „der große Bär“, der meiner Mutter „die kleine Bärin“. Als Kind fand ich das unglaublich lustig – Papa der große Bär, Mama kleiner Bär. 

Bei unseren eigenen Kindern haben wir dann bewusst auf Bedeutung geachtet – Namen, die etwas sagen sollen. Weil Namen eben nicht nur schön klingen, sondern oft mehr tragen, als man denkt.

In der Bibel ist das noch deutlicher. Hosea, ein Prophet in einer schwierigen Zeit, bekommt von Gott einen Auftrag, der seltsamer kaum sein könnte. Er soll Kinder bekommen, und sie sollen Namen tragen, die wie Urteile klingen.

Eines dieser Kinder heißt Lo-Ami. Das bedeutet: „nicht mein Volk“. Und er sprach: „Nenn ihn Lo-Ami, denn ihr seid nicht mein Volk, und ich will nicht euer Gott sein.“

Ein Name als Abbrucherklärung. Gott ist am Ende seiner Geduld, und das wird in einem Namen gemeißelt. Stärker geht es kaum.

Aber Name und Bedeutung sind keine Schicksalsurteile. Wie wir heißen, macht uns nicht zu dem, was wir sein müssen.

Wie wäre es, wenn Sie heute einfach mal nachfragen, bei den Eltern, bei jemandem, der dabei war: Was haben die sich eigentlich gedacht, als sie Ihnen diesen Namen gegeben haben?

Autor/-in: Bernd Kortmann