28.01.2026 / Bibel heute

Nah an Gottes Seite

Und wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der HERR, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat, und wird dich lieben und segnen und mehren, und er wird segnen die Frucht deines Leibes und den Ertrag deines Ackers, dein Getreide, Wein und Öl, und das Jungvieh deiner Kühe und deiner Schafe in dem Lande, das er dir geben wird, wie er deinen Vätern geschworen hat. Gesegnet wirst du sein vor allen Völkern. Es wird niemand unter dir unfruchtbar sein, auch nicht eins deiner Tiere.[...]

5. Mose 7,12–26

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Diese Worte, die Sie eben gehört haben, hat Mose zum Volk Israel gesagt. Mose, der Anführer des Volkes Israel, richtet diese Worte an das Volk, bevor es aufbricht, um Kanaan, das Verheißene Land, zu erobern. In den Kapiteln davor wiederholt Mose die Gesetze und Gebote, die der Herr den Israeliten gegeben hat. Die heutigen Verse lassen sich in drei Hauptthemen zusammenfassen:
 

Gehorsam bringt Segen

Erstens: Gehorsam bringt Segen. (5. Mose 7,12–16) Mose erklärt in den ersten Sätzen dieses Bibeltextes, dass Gott segnen wird, wenn die Israeliten sich an seine Gebote halten. (5. Mose 7,11) So könnte man meinen, dass es ein einfacher Deal zwischen Gott und dem Volk Israel ist. Die Israeliten gehorchen, deswegen verdienen sie Gottes Segen, so wie Hunde sich ein Leckerli verdienen, wenn sie dem Herrchen gehorchen. Und ja, der Segen ist verbunden mit dem Gehorsam der Israeliten. Den Segen, den Gott verspricht, ist so überschwänglich groß, dass es kein Deal sein kann. Gott zeigt dadurch seine Gnade. Gott gibt viel mehr, als die Israeliten sich jemals mit ihrem Gehorsam verdienen könnten. Der Segen beinhaltet Gottes Liebe und umfasst die Fruchtbarkeit von Menschen, Tieren und den Ertrag des Landes. Für die Fruchtbarkeit von Land, Tier und Mensch haben die Völker Kanaans viele Gottheiten. Mit dem Segen, den Gott seinem Volk verspricht, sagt Gott also auch: Der Segen und die Fruchtbarkeit kommen von mir, und nicht von den Göttern der Völker Kanaans.
 

Bei Angst an Gottes Taten erinnern

Zweitens: Wenn Sie Angst haben, erinnern Sie sich an die Taten Gottes. 5. Mose 7,17 und 5. Mose 7,18: „Wirst du aber in deinem Herzen sagen: Diese Völker sind größer als ich; wie kann ich sie vertreiben? So fürchte dich nicht vor ihnen. Denke daran, was der HERR, dein Gott, dem Pharao und allen Ägyptern getan hat."

Gott sagt deutlich, was sein Volk, aber auch ich heute, gegen Angst und Zweifel tun kann! Erinnere dich an die Taten des Herrn! So wie ein älteres Kind das jüngere erinnert: Zwei Geschwister fahren von der Schule mit dem Bus nach Hause. Sie erzählen allen Freunden, dass ihre Mutter heute das Lieblingsessen macht, denn immer am Freitag gibt es Schnitzel. Das jüngere Kind sagt plötzlich: „Was ist, wenn Mama heute doch nicht Schnitzel macht? Was ist, wenn es heute kein Essen gibt?" Da erwidert das Ältere: „Mach dir keine Sorgen. Mama hat doch immer Essen für uns. Und immer Freitag macht sie Schnitzel, so wird es auch heute sein!"

Das Volk Israel kann Angst oder Zweifel dadurch bekämpfen, dass sie sich wie die Geschwister erinnern: Gott hat immer Freitag Schnitzel für uns! Gott hat immer für uns gesorgt. Das Volk Israel soll sich an die Rettung aus der Sklaverei Ägyptens erinnern und daraus Mut bekommen. Auch ich erinnere mich daran, was Gott getan hat, und schöpfe daraus Mut. Ich erinnere an alles, was in der Bibel steht, an Jesu Wirken auf der Welt. Aber auch an Geschichten von Personen, die etwas Krasses mit Gott erlebt haben, oder an eigene Gebetserhörungen. Gott hat in so vielen Situationen gewirkt, so wird er es auch in meinem Leben tun. Ich brauche keine Angst haben. Erinnern Sie sich heute an das, was Gott in der Geschichte getan hat, was er für Sie getan hat, und legen Ihre Zweifel und Ängste ab.
 

Im Kampf gegen die Dunkelheit an Gottes Seite bleiben

Das ist der dritte Punkt! - Sind Sie auch überrascht über die harten Worte, mit denen die Vernichtung der Feinde Israels angekündigt wird? Der Herr wird die Feinde einzeln nacheinander ausrotten – 5. Mose 7,22 – und den Namen ihrer Könige auslöschen – 5. Mose 7,24. Gott verspricht die Vernichtung der Völker, die in Kanaan leben, und das mit sehr deutlichen Worten. Diese Worte sind an das Volk Israel in jener Situation gerichtet, weil Gott durch sie sein Gericht an den gottlosen Völkern Kanaans ausführen will.

Die Vernichtung ist nicht von einer grundsätzlichen Antipathie gegen Außenseiter gespeist, sondern damit Israel die Rivalen Gottes, die Götterwelt der anderen, nicht mit Gott gleichsetzt. Hier sollen die Völker Kanaans im Auftrag Gottes durch Israel bestraft werden. Das wird auch deutlich an der Formulierung: Der Herr wird sie ausrotten, und der Herr wird sie dahingeben – eine Zeit des Gerichts. Als die Israeliten gottlos wurden und fremde Götter anbeteten, wurden auch sie von Gott bestraft, indem andere Völker sie unterwarfen.

Wie die Israeliten aufgefordert wurden, gegen die gottlosen Völker zu kämpfen, sind Christen aufgefordert, gegen das Königreich der Dunkelheit zu kämpfen. Hier geht es nicht um einen Kampf zwischen Menschen. In der Bibel erkenne ich, dass es auf der Welt die sichtbare und die unsichtbare Ebene gibt. In der unsichtbaren Ebene sind zwei Parteien ständig im Konflikt miteinander. Die Partei des Teufels, der Vater der Lüge und Dunkelheit, der für alles Böse verantwortlich ist. Und die Partei Jesu, des Sohnes Gottes, der der Ursprung alles Guten ist (Jakobus 1), der Vater der Wahrheit, das Licht und das Leben.

Christen sind aufgefordert in dieser Welt, die stark vom Teufel beeinflusst wird, gerade diesem zu widerstehen und Jesus nachzufolgen. Hierbei handelt es sich also nicht um einen Krieg mit Waffen, sondern um einen geistlichen Kampf. (Epheser 6,12) Wer an Jesus glaubt, steht in diesem geistlichen Kampf nicht alleine da, sondern für den gilt 5. Mose 7,22: „Er, der Herr, dein Gott, wird diese Leute – und Leute ersetze ich mit Mächte – ausrotten vor dir, einzeln nacheinander." „Er, der Herr, dein Gott, wird diese Mächte ausrotten vor dir, einzeln nacheinander."

Nicht weil Christen irgendwie besonders sind, sondern weil Jesus die Mächte am Kreuz bereits besiegt hat. Die Israeliten werden in den Versen davor gewarnt, fremde Götter anzubeten. Deswegen sollen sie kein Silber oder Gold der fremden Götter mitnehmen. Auch Christen müssen im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit vorsichtig sein, womit sie sich umgeben, welche Einflüsse auf sie einprasseln. Letztlich dürfen Christen inmitten des geistlichen Kampfes aber darauf vertrauen, dass der Herr an ihrer Seite steht, genau wie bei den Israeliten damals. Gott hat im geistlichen Kampf bereits gesiegt, wie der Kolosserbrief, Kapitel 2, Vers 15, auf den Punkt bringt: „Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus."
 

Zusammenfassung

Abschließend halte ich fest: Gott segnet aus Gnade. Wenn ich Angst oder Zweifel habe, darf ich mich an Gottes Taten erinnern. Und auch auf der Ebene des geistlichen Kampfes erinnere ich mich an Gottes Taten vor allem an seinen Sieg am Kreuz.

Autor/-in: Matias Wiens