30.04.2026 / Bibel heute

Mitarbeiter gut geführt

Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, wie ihr Christus gehorcht; nicht mit Dienst allein vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als Sklaven Christi, die den Willen Gottes tun von Herzen. Tut euren Dienst mit gutem Willen als dem Herrn und nicht den Menschen;[...]

Epheser 6,5–9

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Der Kontext zum Bibeltext

Ihr Knechte, gehorcht euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als dem Christus; nicht mit Augendienerei, um Menschen zu gefallen, sondern als Knechte des Christus, die den Willen Gottes von Herzen tun; dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst: Was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Sklave oder ein Freier. Und ihr Herren, tut dasselbe ihnen gegenüber und lasst das Drohen, da ihr wisst, dass auch euer eigener Herr im Himmel ist und dass es bei ihm kein Ansehen der Person gibt. (Schlachter)

Die Bibel lehrt uns Gottes Leitlinien. Manche Kinder haben viel auszustehen. Dennoch lese ich im Epheserbrief, dass wir Vater und Mutter ehren sollen. Nicht immer so einfach! Wie sieht es in anderen Kontexten aus, z. B. mit Vorgesetzten im Beruf?
 

Erfahrungen mit Führung und Respekt

Vor Jahren habe ich mich als Ausbilderin beworben. Als ich zum Vorstellungsgespräch erschien, konnte ich niemanden entdecken. Ich wartete, bis schließlich eine Frau hereinkam und mich anfuhr: „Was machen Sie denn hier? Ich habe Ihnen letzte Nacht geschrieben, dass Sie nicht kommen sollen!“ Vor mir stand die Chefin. Eine weniger attraktive Begrüßung in einem Betrieb konnte ich mir kaum vorstellen. Respekt und Wertschätzung sollten wechselseitig gelten.

Mitarbeiterführung beschäftigt mich nachhaltig. Es war mir eine Ehre, von kompetenten Führungskräften zu lernen, doch weniger fähige haben mich ebenfalls „geprägt“. Unter einigen hatte ich sehr zu leiden. Auch Vorgesetzte sind Menschen, sollten aus Fehlern lernen und ggf. um Entschuldigung bitten.

Als Mitarbeiter innerlich ruhig zu bleiben, ist manchmal eine Herausforderung. Im heutigen Bibeltext höre ich von Knechten und Sklaven. Sie können sich keinen anderen Arbeitgeber suchen. Manch einer würde in solchen Situationen überlegen zu rebellieren. Das gab es schon zu „biblischen Zeiten“ in der Gemeinde in Ephesus.

Folgende Fragen kommen mir in den Sinn:

Im heutigen Bibeltext werden die Herren ermahnt, gut mit ihren Knechten umzugehen. Doch selbst, wenn das nicht geschieht, ist es gut, Gott von Herzen zu dienen und nicht nur oberflächlich sichtbar. Auch wenn ich jemanden fürchte, zählt meine Herzenshaltung.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle, dass es in der heutigen Bibelstelle ausdrücklich nicht um Ehe geht. Hierzu wendet Paulus sich im Epheserbrief gesondert an Männer und Frauen (Epheser 6,1–4). Da geht es um einen guten Umgang miteinander und nicht um Furcht vor einem Ehepartner, wenn manche diesen Blickwinkel auch gern verfälschen – teils mit schwerwiegenden Folgen besonders für Frauen und Kinder.

Wo Mangel an Respekt und Wertschätzung herrscht, gibt es Raum für unterschiedliche Arten von Gewalt und Menschen können schweren Schaden erleiden. Das lässt sich nicht schönreden und Abstand kann manchmal zum Schutz und als Hilfe zur Selbstregulation erforderlich sein.
 

Glaubend und vertrauend unterwegs – Gott um Hilfe bitten

Sklavenhaltung ist in Deutschland untersagt, doch manch einer fühlt sich wie ein Sklave. Umstände und Situationen kann ich vielleicht nicht ändern. Richte ich mein Herz auf das, was schwierig ist, kann ich verzweifeln. Stattdessen möchte ich glaubend und vertrauend unterwegs sein und dürfen:

Viele Menschen in Deutschland kennen selbst niemanden, der durch seinen lebendigen Glauben gestärkt und voll wachsendem Gottvertrauen im Alltag unterwegs ist. In guten wie in schlechten Zeiten, sozusagen. Hat Gott ihre Umstände schon mal verändert?

Ich möchte Ihnen von jemandem aus meinem Umfeld erzählen, der folgendes erlebt hat. Vor einigen Jahren wurde eine Klinik geschlossen. Fast 200 Mitarbeiter sollten ihren Arbeitsplatz verlieren, und das in einer sehr ländlichen Gegend, in der es schwierig war, adäquate neue Arbeitsplätze zu finden. Der Schließungstermin rückte näher und die Stimmung auf den Stationen war sehr angespannt – keiner wusste, wie es für ihn weitergehen würde.

Der Mann, von dem ich spreche, ein Christ, der im Gebet Gott um Hilfe bat, traf einen der Mitarbeiter aus dem Küchenteam. Dieser erwähnte beiläufig, dass eine Einrichtung für geistig und schwerst-mehrfach behinderte Menschen gerade noch eine Stelle für einen ausgebildeten Krankenpfleger offen hätte. Spontan bewarb der Mann sich, bekam den Arbeitsplatz, blieb 15 Jahre bis zu seinem Renteneintritt. Von der Klinik erhielt er noch eine anteilige Abfindung, die ihm heute hilft. Er ist Gott dankbar und teilt dies freudig mit Menschen, die gerade Not am Arbeitsplatz erleben. Manch einer findet neuen Mut.

Mut zur Verkündigung im Alltag

Sind Sie mit Gottes Hilfe schon mal besser durch eine schwierige Situation gekommen, als Sie selbst gedacht hätten? Erzählen Sie doch mal jemandem davon. Dann geht vielleicht bald ein weiterer Blick „zum Himmel“, jemand lernt Gott kennen, lieben und ehren. Daraus kann viel Gutes für ihn selbst und andere werden. Jesus zu folgen, ist eine persönliche Entscheidung, die mir niemand abnehmen kann. Doch wie soll sich jemand dafür entscheiden, wenn ich als Christin schweige?

Gelegenheiten zur Verkündigung des Evangeliums im Kleinen gibt es reichlich. Neulich gab es Karaoke in einem Hotel – man sucht sich ein Lied aus und singt, während im Hintergrund die Musik instrumental läuft. Musik prägt und Texte prägen sich ein. Manches, von Gästen vorgetragen, ist beliebt, aber propagiert Dinge, für die Jesus nicht zu haben wäre – wie „nur für eine Nacht“.

Dem kann ich leicht Songs mit christlichen Werten entgegensetzen, z. B. erzählt „By the Rivers of Babylon“ von der Gefangenschaft Israels. „This little Light of Mine, I want to let it shine!“ ist ein gutes Motto auch für Christen in Deutschland. Wenn wir unser Licht im Alltag heller scheinen lassen, wird es heller in der Welt – egal, wo wir sind.

In diesem Sinne: nur Mut!

Autor/-in: Claudia Volkmann