22.06.2026 / Bibel heute

Mit der Faust auf den Tisch hauen

Wie Trauben in der Wüste fand ich Israel, wie die ersten Feigen am Feigenbaum sah ich eure Väter. Sie aber kamen zum Baal-Peor und weihten sich dem schändlichen Abgott. So wurden sie zum Gräuel wie ihr Liebhaber. Ephraim – wie ein Vogel fliegt davon seine Herrlichkeit, dass sie weder gebären noch tragen noch schwanger werden. Und wenn sie ihre Kinder auch großzögen, will ich sie doch kinderlos machen, sodass kein Mensch mehr da ist. Ja, weh ihnen, wenn ich von ihnen weiche![...]

Hosea 9,10-17

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Der Ungehorsam Israels – und mein eigener

Da möchte ich doch mit der Faust auf den Tisch hauen! Ja, lernen es die Israeliten nicht? Haben sie denn nicht schon genug mit Gott erlebt, um endlich zu kapieren, dass sie einer Strafe nicht entgehen, wenn sie Ihm ungehorsam sind?

Nun, es ist leicht, sich über die Fehler anderer zu entrüsten! Ich darf aber nicht vergessen, dass wenn ich mit einem Finger auf jemanden zeige, drei andere auf mich selbst zeigen. Klar empöre ich mich – mit Recht, denke ich! Gott liebt sein Volk so sehr! Er schaut gerne zurück, als Er es wie Trauben an der Rebe und wie junge Feigen am Baum empfand! Wohlschmeckend, erfrischend, Durst- und Hungerstillend. Einfach brauchbar, nützlich, fruchtbar. Und dann schon wieder der Bruch! Zum wievielten Mal denn?

Was ist aber mit den drei Fingern, die auf mich zeigen? Bin ich immer gradlinig in meinem Verhalten Gott gegenüber? Oder gleicht es nicht eher einem Wellengang? Mal bin ich oben, voll von Gottes Geist und in Anbetungshaltung. Und dann auch wieder der Absturz. Ich unterliege der Bequemlichkeit, Ablenkung und Versuchung. Ich entferne mich dadurch von Gott, wie ich es in meinen Hoch-Zeiten nie für möglich gehalten hätte! Das macht nicht nur Gott, sondern auch mich traurig. Ich arbeite an mir und irgendwann geht es dann wieder nach oben. Es ist zum Verzweifeln. Ich möchte es nicht und es geschieht immer und immer wieder. Wie dankbar kann ich für die Geduld unseres Gottes sein! Wie dankbar für das Kreuz, an dem Jesus für all meine Fehler und meine Schuld starb und an dem ich sie immer wieder abgebe. Nicht leichtsinnig – so nach dem Motto, es wird schon! Gott vergibt ja! Gott sieht in mein Herz hinein und sieht, wie ich es meine. Oberflächlich oder ernst? Ja, ich möchte oft nicht tun, was ich dann doch tue. Es ist eine Stimme, die mir dann einredet, dass es so schlimm nicht sei. Der Gegenspieler Gottes ist schlau und findet meine Schwächen, die mich dann zu Fall bringen. Gott sei Dank habe ich aber die Bibel! Hier lese ich von Gottes Vergebung und seiner Geduld mit mir. Das ist tröstlich.

Gottes Gericht über Israel – Baal-Peor und die Folgen

Ich finde in der Bibel aber eben auch Abschnitte, wie den heutigen. Ja, Gott erinnert sich gerne an die Zeiten, als sein Volk Hand in Hand mit Ihm ging. Aber dann lässt es diese Hand wieder los und streckt sie jemandem entgegen, der schon lange darauf wartet. Der abscheuliche Gott Baal-Peor verführt das Volk Gottes zu einem sexuellen und geistlichen Ehebruch. Soll Gott, der Schöpfer aller Dinge, der Heilige, der auf sein Volk wie auf seinen Augapfel achtet, sich das gefallen lassen und wieder vergeben? Irgendwann ist Schluss mit seiner Geduld. Er kündigt Strafen an, die nun unabwendbar sind.

Ephraim, ein Symbol für das Nordreich Israels, wird keine Kinder zeugen können und die bereits – in Sünde – empfangenen, wird es verlieren. Es ist die Rede von unfruchtbaren Leibern und versiegenden Brüsten. Eigentlich der Anfang vom Ende, denn das Leben wird am Fortbestand gehindert.

Gott ist richtig sauer. Denn auch Gilgal, das Heiligtum in der Nähe von Jericho, wurde entheiligt! Hier haben die Israeliten nach der Landeinnahme Gott gedankt, ihn gepriesen und angebetet. Und jetzt? Sogar die, die in der Leitung sitzen, die Priester, entheiligen diesen Ort mit fremden religiösen Praktiken und streuen damit Salz in die Wunde ihres Gottes.

Gott schweigt nicht länger! Die Strafe, die Er ansagt, bedeutet fast noch Schlimmeres als den Tod. Ruhelos umherschwirren, ohne Weg. Ohne Ziel und das auch noch ohne die beschützenden Hände Gottes – das muss schrecklich sein! Diese Erfahrung wird für das Volk sehr schmerzlich werden, aber für Gott auch!

Das Bild des strafenden Vaters

Ich kann mich erinnern, dass mich einmal in meiner Kindheit mein Vater für eine Lüge schmerzhaft bestrafte. Eher symbolisch, aber es hat hinten schon ein wenig gezwickt! Und mein Vater sagte dann, es tat ihm sicher mehr weh als mir, aber es musste eben sein. Diese Worte vergesse ich nicht und bei dem heutigen Text kommen sie mir wieder vor Augen. Wie schmerzhaft war wohl all diese Bestrafung für die Israeliten, aber wie schmerzhaft war es ebenfalls für den Strafenden? Gott liebt sein Volk, ähnlich wie mich wahrscheinlich damals mein Vater, und es musste ihn schrecklich schmerzen, wenn dann die Klagerufe seiner Leute kamen. Und die kamen bestimmt, wenn auch erst viel später. Dann wurde das Volk wieder gehorsam, bis es wieder vom Weg abwich und so weiter und so weiter. Bis sie einmal auf die Knie gehen und Gottes Liebesangebot in Jesus Christus, seinem Sohn, erkennen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Die Lösung – Jesus Christus und Gottes beständige Liebe

Was hat dieser Text aber mit uns heute zu tun? Mit mir? Die ich genauso immer wieder der Sünde unterliege und mich dadurch von Gott entferne, obwohl ich Ihn in mein Leben aufgenommen habe und es eigentlich nicht tun möchte? Ich weiß inzwischen von Jesus. Gott sandte seinen geliebten und einzigen Sohn auf die Erde, damit Er die Strafe, die ich verdiene, auf sich nimmt. Er wurde am Kreuz für mich von Gott getrennt, er musste in das Todesreich hinabsteigen – dorthin, wo ich eigentlich hingehöre. Aber er stand auf von den Toten und zeigte mir dadurch, dass auch ich einmal ewig leben werde.

Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. Das lese ich im Römerbrief, Kapitel 6, Vers 23 und das ist die Lösung für mein Leben.

Gott ist heilig, Er ist derselbe, wie zur Zeit von Hosea. In der Welt passieren schreckliche, gottlose Dinge, die Ihm ein Gräuel sind. Kinder werden abgetrieben, es wird häufig ohne Gott regiert und in den Gemeinden predigen oft Pastoren, die keine persönliche Verbindung zu Jesus haben. Muss ich mich dann wundern, wenn Kriege, Leid, Ungerechtigkeit und Gemeindespaltungen herrschen? Wie gerne gebe ich die Schuld dafür dem Gott, der genau das Gegenteil für uns möchte, anstatt die Schuld bei mir zu suchen? Gott hat das Recht, zornig zu sein.

Seine Liebe wird aber siegen, denn nichts und niemand kann mich von ihr trennen.

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Autor/-in: Dajka Krentz