22.06.2026 / Wort zum Tag
Mental vorbereitet!
Wir gehören ganz zu Christus - vorausgesetzt, wir halten bis zuletzt an der Zuversicht fest, die wir am Anfang hatten.
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Ich habe letztens einen interessanten Bericht gelesen: Da ging es um das Laufen von Marathon-Strecken. Die Standard-Marathon-Strecke beträgt heute genau 42,195 km. Diese krumme Distanz geht auf die Olympischen Spiele 1908 in London zurück. Auf Wunsch des britischen Königshauses sollte das Rennen vor dem Schloss Windsor starten und genau vor der königlichen Loge im Olympiastadion enden. Das waren damals eben 42,195 km. Und die wurden seit 1921 zum Standard für alle Marathon-Strecken weltweit. Erstaunlich.
Aber, was mich noch mehr erstaunt hat, ist die Tatsache, dass das Laufen dieser Strecke von knapp 42,2 km nicht das eigentliche Problem für die Sportler darstellt … also nicht die Strecke selber, sondern das, was unterwegs mit dem Läufer passiert.
Haben Sie schon mal vom Phänomen „Kilometer 30“ oder der „mentalen Barriere“ gehört?
Spätestens ab der Hälfte der Strecke ist die anfängliche Euphorie bei vielen Läufern oft verflogen, weil ihnen bewusst wird, dass sie nochmal genauso viel Strecke vor sich haben, wie sie bereits hinter sich gebracht haben. Der Läufer spürt aber bereits die körperliche Belastung und einen gewissen Grad an Erschöpfung, so dass die vor ihm liegende Strecke auf einmal wie ein großer Berg erscheint.
Hinzu kommt noch das Phänomen „Kilometer 30“, was besagt, dass bei vielen Läufern zwischen dem 30. und 35. Kilometer die körpereigenen Kohlenhydratspeicher komplett aufgebraucht sind. Der Körper muss dann abrupt auf Fettverbrennung umstellen, was sich schlagartig wie Blei in den Beinen anfühlt, ein plötzlicher, extremer Leistungseinbruch. Dann weiter zu laufen, wird ab diesem Punkt zu einer echten, auch mentalen Herausforderung.
Diese Phänomene sind bekannt. Daher raten viele Experten besonders auch zu mentalem Training in der Vorbereitung des Laufens, um dem Moment dieser inneren Barriere gut begegnen zu können.
Ich übertrage diese Gedanken mal auf den Glauben an Jesus Christus. Der Apostel Paulus z. B. verwendet ja genau dieses Bild eines Laufes für den Lebensweg eines Christen. Er selbst sieht sich dabei noch unterwegs auf der Strecke. Er ist noch nicht angekommen, will aber sein Ziel auch nicht aus den Augen verlieren. Und dieses Ziel nennt er den „Siegespreis“, nämlich ein Leben mit Gott in der kommenden, himmlischen Herrlichkeit. (Phil 3,14 HFA)
Allerdings kann es auch auf dem Glaubensweg-Marathon unterwegs zu inneren, mentalen Blockaden und Hindernissen kommen. Nicht jeder, der losläuft kommt auch wirklich an. Auch im Glauben kann die anfängliche Begeisterung immer wieder Flauten erleben. Auch im Glauben erlebe ich mitunter Müdigkeit und Erschöpfung.
Um dem mental begegnen zu können, sagt uns der Schreiber des Hebräerbriefs: „Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten!“ (Hebr 3,14 SLT)
Es geht also darum, auf der gesamten Strecke des Laufens an Gott und unserer inneren Zuversicht festzuhalten, eben nicht innerlich zu blockieren, nicht frustriert zu werden, auch wenn das Leben mal hart gegen mich steht. Zuversicht ist eine Kraft, die mich nach vorne zieht. Diese feste Überzeugung, dass sich alles positiv entwickeln wird, dass ich das Leben meistern kann, eine Zuversicht, die lautet: „Mit Gott zusammen erreiche ich das Ziel!“