11.08.2025 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Mein Erst-Gefühl

Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser![...]

Lukas 17, 11-16

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Welchen Reim mache ich mir auf diese Geschichte? Zehn Menschen rufen Jesus wegen einer Krankheit um Hilfe an. Gemeinsam klagen sie ihr Leid. Jesus hört sie – und Jesus heilt sie. Alle zehn lassen den Krankenstand hinter sich, sind nicht mehr isoliert, können wieder am Leben teilnehmen. Und jetzt?

Einem von ihnen ist es wichtig, sich zuallererst bei Jesus zu bedanken. Für das Geschenk des Lebens in Freiheit, mit eigenen Entscheidungen, frei von Schmerzen und Klagen. Aber warum bedankt sich nur einer von den zehn Geheilten, und warum ausgerechnet der eine, der kein Einheimischer ist, sondern ein Migrant? Das wundert auch Jesus, erfahre ich im 17. Kapitel des Lukas-Evangeliums. Bevor dieser Eine seinen Alltag wieder aufnimmt, besinnt er sich. Er geht in sich. Und drückt Gott seine Dankbarkeit aus.

Mir fällt dazu ein Morgenlied ein, das ich gerne singe: „Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn meine Seele. Der Herr hört deinen Lobgesang. Lobsing ihm, meine Seele.“ Mit Hilfe von Liedern und Gebet für ein frohes Herz sorgen, das Seufzen hinter mir lassen und dankbar jeden Tag mein Leben aus Gottes Hand neu empfangen – das ist der Reim, den ich mir auf diese Bibel-Geschichte heute mache.

Autor/-in: Ute Heuser-Ludwig