29.08.2026 / Wort zum Tag

Luxus ist nicht alles

Paulus schreibt: Mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden: ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.

Philipper 4,12–13

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Ich packe meine Isomatte in mein Reisegepäck. Seit Jahren habe ich sie nicht mehr gebraucht. Als Jugendliche war ich öfter damit unterwegs und konnte gut einige Nächte auf so einer dünnen Matte schlafen. Heute bevorzuge ich doch etwas mehr Komfort. Es muss kein Luxus sein. Aber ein sauberes Zimmer mit Bett und einer bequemen Matratze schätze ich schon.

Diesmal wird es anders sein. Ich bin auf dem Weg in den Osten zu unserem zentralasiatischen Partner. Sie planen ein christliches Sommercamp für Frauen in den Bergen. Und ich darf dabei sein. Kurz bevor ich zum Flughafen aufbreche, kommt eine Nachricht von unserem Partner: „Für unsere Gäste aus dem Ausland gibt es doch ein paar Betten im Camp.“ Erleichtert packe ich meine Isomatte wieder aus und denke: „Ich war bereit. Wenn ich nun doch ein richtiges Bett haben kann, nehme ich es gerne an.“

Diese Konferenz in den Bergen war vor fast 10 Jahren. Es war eine ganz besondere Zeit. Die Gemeinschaft mit den Frauen bleibt mir unvergesslich. Die biblischen Impulse laden die Teilnehmerinnen ein, ihr Herz zu öffnen. Nach wenigen Tagen fassen sie Vertrauen zueinander und erzählen, was sie erlebt haben. Ich bin schockiert über das Unrecht, das manche dieser wunderbaren Frauen erlebt haben. Aber ich sehe in dieser Woche auch, wie sie schon nach wenigen Tagen etwas gelöster, heiler und fröhlicher wirken. Die Gemeinschaft, der Austausch und die Geschichten tun ihnen sichtlich gut.

Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich diese Konferenz miterlebe. Als Leiterin der internationalen Arbeit ERF Global Hope bin ich öfter auf Reisen. Dabei mache ich gerade an den einfachsten Orten die spannendsten und wertvollsten Erfahrungen.

Der Apostel Paulus hat auch Überfluss und Mangel erlebt. In seinem Brief an die Christen in Philippi schreibt er: „Mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden: ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.“  - nachzulesen im Philipperbrief 4, die Verse 12 bis 13. 

Diesen Brief schreibt Paulus aus dem Gefängnis. Er wird wegen seines Glaubens an Jesus festgenommen. Als Schriftgelehrter mit bester Ausbildung gehört er einst zur jüdischen Elite. Als römischer Bürger genießt er besondere Privilegien. All das ist für ihn nun zweitrangig. Jetzt sitzt er in einer einfachen Zelle und schreibt einen Brief an seine Glaubensgeschwister. Ein Brief, der vor Freude und Zuversicht überfließt. Im gleichen Kapitel in Vers 4 sagt Paulus zum Beispiel: „Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch!“

Wie kann Paulus in dieser Situation so fröhlich und zufrieden sein? Woher kommt seine zuversichtliche Gelassenheit? Sie beruht ganz offensichtlich nicht auf den äußeren Umständen, sondern kommt aus seiner engen Verbindung zu Jesus. Die gibt ihm Kraft, alles zu ertragen.

Meine Erfahrung aus dem Sommercamp in Zentralasien bestätigen diese Worte. Freude und Zufriedenheit hängen nicht an Luxus und Wohlstand. Sie kommen aus der Gemeinschaft mit Jesus. Er gibt mir die Kraft, mit allen Umständen klarzukommen und gerade in einem einfachen Camp in den Bergen, zusammen mit anderen Christen, die tiefste Gemeinschaft und das größte Glück zu erfahren.

Autor/-in: Claudia Schmidt