26.04.2026 / Bibel heute

Lobpreis

Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande! / Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

Psalm 66

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Lob Gottes als Ansporn und Ausrichtung

Mit dem Sprichwort: „Loben zieht nach Oben; Danken schützt vor Wanken“ wird Eltern geraten, ihre Kinder zu loben. Dadurch werden die jungen Menschen angespornt, ihre Stärken zu entwickeln. Dasselbe gilt auch für Vorgesetzte wie Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter fordern als auch fördern. Ein Lob steigert die Freude an der Arbeit und deren Qualität. Im Lob Gottes sieht der Lobende von sich weg und preist, erhebt Gott als den Allmächtigen. Der Psalmbeter ruft die ganze Welt zum Lobpreis Gottes auf, zum freudigen Gesang. Dieser Lobgesang wird erschallen bis in alle Ewigkeit, wenn Jesus wiederkommen und seine Weltherrschaft beginnen wird.
 

Lob und Sprache in der Gemeinschaft der Glaubenden

Bis dahin leben wir Christen heute in der Gnadenzeitspanne. Unser Umgang miteinander ist ein wichtiger Faktor für das Lob Gottes. Der Apostel Jakobus schreibt in seinem Brief über die Zunge im 3. Kapitel Verse 9 und 10: „Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.“ (Jakobus 3,9-10)

Beim Zusammenkommen, schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus im 5. Kapitel ab Vers 19: „… redet zueinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen; sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus.“
 

Gottes Macht und Treue an seinem Volk – Psalm 66

In den Versen 6–12 von Psalm 66 wird ausgedrückt: Gott handelt, seine Herrschaft wird immer bestehen. Gott begleitet sein Volk Tag für Tag – das können selbst die Nachbarvölker nicht übersehen und stimmen ins Lob Gottes mit ein.

Die Völker sind eingeladen, über die erstaunlichen Dinge nachzudenken, die Gott für Israel getan hat. Dabei erinnern sie sich an zwei großartige Offenbarungen der Macht Gottes: Der allmächtige Gott bahnte durch das breite Rote Meer einen Weg zum Durchschreiten für das Volk Israel, indem er das Wasser staute. Vierzig Jahre später erlebten die Israeliten ein zweites Mal ein Wunder am Wasser, dieses Mal am Fluss Jordan. Sie konnten ihn trockenen Fußes überqueren. Welch ein Jubel brach im ehemals unterdrückten Volk aus! Die Erretteten rühmten sich ihres Gottes. Seine mächtige Herrschaft endet bis heute nicht.

„Denn des Herrn Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind.“ 2. Chronik 16,9. Töricht ist, wer sich gegen einen solchen Gott auflehnt!

In den Versen 8–12 von Psalm 66 werden die Heiden – also Menschen aus anderen Völkern – aufgerufen, Gott zu preisen. Wunderbar war das Eingreifen Gottes für sein Volk. Israel wird in rasch wechselnden Bildern beschrieben bzw. dargestellt:

Wie Silber, das im Schmelzofen geläutert wird. Bei starker Hitze wird Schlacke ausgeschieden, Reines wird von Unreinem getrennt. Das sind schmerzhafte Prozesse.

Als Gefangene im Gefängnis, als Sklaven, zu harter Arbeit gezwungen.

Schrecklichen Gefahren ist das Volk Israel ausgesetzt, indem es durch Feuer und Wasser gehen muss. Da die Israeliten in Gottes Augen wertgeachtet sind, hat er sie aus Nöten herausgeführt und ihnen geholfen. Trotz Murren und Auflehnen erlaubte Gott zu keinem Zeitpunkt die Ausrottung Israels. Vielmehr beschenkte er sein Volk reich.
 

Der große König und Hohepriester – Psalm 66 als Zeugnis Jesu

Der Schreiber des 66. Psalms beschreibt in den Versen 13–20 das „Ich“ und „Mein“. Aus dem Chor wird ein Solo. Es scheint, als spreche außer dem Beter auch der Herr Jesus selbst. Er ist Israels großer König und der große Hohepriester. Er kommt zu Gott mit seinem Opfer wie die Priester damals mit den Brandopfern. Jesus kommt mit dem Opfer seines Lebens. Jesu Leben ist völlig Gott, seinem Vater, geweiht. Der Sohn Davids erfüllt die Gelübde des Lobes. Diese versprach Jesus in den Trübsalen seines Lebens. Sie bezogen sich nach meiner Überzeugung auf seine eigenen Leiden am Kreuz. Es könnte auch sein, dass Jesus die empfundenen Leiden wegen der Leiden seines Volkes empfand. Im Buch Jesaja, Kapitel 63, Vers 9 steht: „… bei aller Bedrängnis war er auch bedrängt“. Mit „er“ ist Israels Heiland gemeint. (Jesaja 64,9)

Verse 16–19 aus Psalm 66: In Vers 5 haben wir die Einladung: „Kommt und seht“. Hier, in Vers 16 steht: „Kommt, hört zu.“ Die Werke Gottes in der Geschichte können gesehen werden. Sein Handeln an den Einzelnen ist im Lob Gottes nur zu hören. Der Messias lädt Jahrhunderte später alle Gottesfürchtigen ein, sein Zeugnis über erhörte Gebete zu vernehmen. Er ruft zu Gott mit Bitten und Lobpreis. Das bezieht sich – so verstehe ich das – auf die Tage seines Lebens, als er „Sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem darbrachte, der ihn aus dem Tod erretten kann“. So im Hebräerbrief Kapitel 5, Vers 7. Hätte Gott Ungerechtigkeit in Jesu Herz erblickt, hätte er ihn nicht erhört. Aber Jesus war ohne Sünde. Darum hat Gott, der Vater, ihn erhört „Weil er Gott in Ehren hielt“ so Hebräer 5 Vers 7.

Die Erhörung Gottes inspiriert zum abschließenden Ausbruch von Lob und Preis:

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ Und: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ (Psalm 66,20 und 68,20)

Autor/-in: Pastor Peter Müller