11.05.2026 / Wort zum Tag
Lob Gottes sprengt Grenzen
Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
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Haben Sie schon mal einen Gottesdienst in einer anderen Sprache erlebt? Mir geht es dann meistens so: Von der Predigt verstehe ich so gut wie nichts. Aber die Lieder gibt es manchmal in verschiedenen Übersetzungen. Oft kenne ich eine Melodie und kann dann erraten, welchen Text die anderen jetzt wohl singen. Aber es ist mehr als ein Ratespiel. Ich fühle mich innerlich verbunden mit meinen Geschwistern, die zwar eine andere Sprache sprechen, aber doch denselben Herrn Jesus Christus anbeten.
Ein Text, der in viele Sprachen übersetzt wurde, steht in Offenbarung 4,8:
Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Gewaltige Worte! Es ist ein Blick in Gottes Thronsaal!
Was für uns heute der Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine dieses Tages ist, war für viele Komponisten Grundlage für großartige Werke:
Vielen bekannt ist von Franz Schubert das „Heilig, heilig, heilig“ aus der Deutschen Messe.
Und Johann Sebastian Bach komponierte ein mehrchöriges „Sanctus“ - was ja auch „heilig“ bedeutet, bloß in Latein.
Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig von Beethoven und viele weitere begnadete Komponisten haben sich von diesen Worten inspirieren lassen. Und nicht nur für Aufführungen, sondern auch für den Gemeindegesang. Am bekanntesten wohl der englische Hymnus von Reginald Heber und John B. Dykes, den es auch in deutscher Übersetzung gibt: „Heilig, heilig, heilig, Gott, dir sei Ehre“.
Und auch in unserer Zeit entstehen neue Lieder zum Lob Gottes, immer wieder mit demselben Text.
Aufgeschrieben wurden diese Worte von Johannes. Wahrscheinlich einer der zwölf Jünger von Jesus. Er wurde sehr alt und im hohen Alter von den Römern auf die Insel Patmos verbannt - eine Strafinsel für politische Gefangene. Er kam dort hin aufgrund seines Glaubens. Auf der Insel, in der Einöde, erlebte er, wie Gott in besonderer Weise zu ihm sprach. Es war als würde ein Vorhang weggezogen. Johannes schaute direkt in Gottes Welt, in den himmlischen Thronsaal. Dort sah er die Verehrung Gottes. Mit diesen Worten:
Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Es sind drei Aussagen über Gott:
Er ist heilig. Er ist allmächtig und: Er ist zeitlos.
Eine Vorstellung, die mir als zeitlich begrenztem Menschen schwerfällt.
Es ist eine andere Dimension.
In diesem Text in der Offenbarung beschreibt der Seher Johannes, was jetzt schon ist. Dieses Lob Gottes, das durch die Jahrhunderte hindurch geht, das in so vielen Ländern der Welt gesungen wird, in alten und modernen Worten und Melodien.
Das Besondere ist:
Wenn wir als Christen Gott loben und ihn als den Allmächtigen ehren, wenn wir ihn anbeten als den, der immer war und ist und bleibt... - dann tun wir dasselbe wie die himmlischen Wesen in Gottes Thronsaal. Wir sind in gewisser Weise verbunden mit dieser anderen, göttlichen Dimension. Wir tun das, was die Engel im Himmel tun, hier auf der Erde.
In dem Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ heißt es: „wir sind Konsorten der Engel“. Heute würde man sagen: Wir sind Kollegen.
Im eigenen Land und im Ausland fühle ich mich meinen Glaubensgeschwistern nah - aber darüber hinaus sind wir mit den Engeln verbunden im Lob Gottes.
Das ist kein schöner Traum, das ist geistliche Wirklichkeit.