04.04.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Kraftlos, aber nicht allein
Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?
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Manchmal muss ich es mir wieder klar machen: Das, was ich heute in der Bibel im Neuen Testament lese und zu verstehen versuche, war Wirklichkeit. Die Menschen an der Seite von Jesus vor gut 2000 Jahren haben es erlebt, sie waren dabei. Sie feierten ihren Helden, der so viele Wunder tat und so viel Liebe verbreitete. Es muss sehr oft wie ein Abenteuer für sie gewesen sein. Bis dann der Schock kam, der alles veränderte: Der Tod auf Golgatha, dem Galgenberg vor den Toren Jerusalems. Angefangen hat dieser Schock für Einzelne schon am Vorabend, als sie Jesus im Garten Gethsemane plötzlich nicht mehr als liebevollen und tatkräftigen Messias erlebten. Plötzlich sahen sie ihn ängstlich, verzweifelt, flehend, das Bevorstehende möge sich vielleicht doch vermeiden lassen.
Diese brutale Wende und die damit aufkommende Trauer hat alle, die dabei waren, an den Rand der Erschöpfung gebracht – und darüber hinaus. Drei Mal hat Jesus allein im Garten gebetet, und dreimal ist anschließend zu lesen: Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend. Sie waren mit der Situation völlig überfordert. Erschöpft. Kraftlos. Sie waren nicht mal mehr in der Lage zu beten.
Solche Momente gehören auch zu meinem und zu Ihrem Leben. Momente, in denen wir keine Vorstellung davon haben, wie es weitergehen soll. Dass es überhaupt weitergehen kann. Kraftlose Momente. Manchmal müssen auch erst ein paar Tage vergehen, bevor es bei uns langsam wieder heller wird. Aber selbst in den dunkelsten Situationen ist Jesus an der Seite der Menschen, die ihm vertrauen. Er lebt. Wir können es nicht nur lesen, wir können ihn auch erleben! Das wünsche ich Ihnen von Herzen.