18.09.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Jesus ist Gottes Spiegelbild

Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat.

Johannes 12,45

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Vor fast 2000 Jahren sehen Menschen Jesus, wie er beispielsweise mit seinen Schülern an ihnen vorbeiläuft. Einige gehen nah ran. Etliche bleiben mit Abstand stehen. Sie fragen Jesus, hören ihn oder sprechen mit ihm. Manche berühren ihn. Bitten Jesus um etwas. Wie einzelne Jesus sehen, kann ich in der Bibel nachlesen. Etwa im Johannesevangelium. Jesu Gesichtszüge werden nicht überliefert. Ich kann mir ein Bild machen aufgrund der Worte, die das Johannesevangelium von Jesus zeichnet. Jesus sagt dort: „Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat“ (Johannes 12,45).

Jesus geht es bei seiner Aussage weniger um Äußerlichkeiten, wie Körpergröße, Haarlänge oder Augenfarbe, – sondern er macht etwas anschaulich. Jesus zeigt in seiner Art, mit seiner Wortwahl, seinem Verhalten, wie er auf Menschen reagiert, wie der ist, der ihn gesandt hat. Und wer hat Jesus gesandt? Gott, sein Vater im Himmel.  

Anders gesagt: wenn ich wissen will, wie Gott ist, dann kann ich die vier Evangelien rauf und runter lesen und damit Jesus kennenlernen. Je runder mein Bild von Jesus wird, um so klarer habe ich Gott selbst vor Augen. Dann weiß ich: ich brauche weder zu Jesus Abstand halten noch zu Gott selbst. Keine Frage ist peinlich. Ich bin möglicherweise überrascht, dass Gott öfter anders denkt als ich. 

Autor/-in: Elke Drossmann