22.12.2023 / Bibel heute
Israel ruft nach der Macht des Schöpfers
Wach auf, wach auf, zieh Macht an, du Arm des HERRN! Wach auf, wie vor alters zu Anbeginn der Welt! Warst du es nicht, der Rahab zerhauen und den Drachen durchbohrt hat? Warst du es nicht, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Tiefe, der den Grund des Meeres zum Wege machte, dass die Erlösten hindurchgingen? So werden die Erlösten des HERRN heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein. Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen.[...]
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Jesaja ist der Prophet in der Bibel, der am meisten und am deutlichsten von der Erlösung spricht. Bei ihm ist der verhüllende Vorhang der Zukunft schon deutlich hochgezogen.
„Werde wach!“, so ruft das Volk Israel zu Gott. „Wach auf du Arm Gottes, des Höchsten!“ Es ist ihr eindringliches Gebet. Sie erinnern sich an Gottes Hilfe und Handeln in früherer Zeit. „Du bist doch Gott und Herr, dem nichts unmöglich ist. Vom Anfang der Welt an hast du schon Wunderbares getan!“ Dreimal rufen sie es aus zu Gott hin.
Mit Rahab ist Ägypten gemeint. Sicherlich dachten sie an das Heer, von dem Israel verfolgt wurde beim Auszug aus Ägypten. Mit dem Drachen ist der Pharao gemeint. „Der Herr wird den Drachen im Meer töten,“ so hat Jesaja es früher schon einmal gesagt. Durch einen anderen Propheten sagte Gott einmal ziemlich spöttisch: „Und Ägyptenland soll zur Wüste und Öde werden, und sie sollen erfahren, dass ich der HERR bin. Weil du sprichst: »Der Nil ist mein und ich bin’s, der ihn gemacht hat« (Hes. 29,9).“
Der Rückblick auf das große Ereignis am Roten Meer geht jedoch noch weiter. Im Gebet sagt das Volk zu Gott: „Du bist es doch gewesen, der das Meer austrocknete und die Erlösten dann auf diesem Weg hinübergingen.“
Was muss das für ein Siegesgefühl und Freudenglück für das ganze Volk gewesen sein, als sie damals zurückblickten. Das Meer war wieder zurückgekehrt an seinen Platz. Kein Mensch des Volkes Israel fehlte und keiner der Feinde war mehr da. Gott hat das Meer geteilt und solange gewartet, bis alle am rettenden Ufer angekommen sind. Diese Erfahrung vor langer Zeit wird im Rückblick zu einer starken Hoffnung. Davon werden die Väter ihren Kindern immer wieder noch viele Jahre später erzählt haben. Davon, dass das Wasser zur rechten und linken Seite dastand wie eine Mauer. Ein Rückblick, der Hoffnung geweckt hat. Das waren keine Märchen, das waren Erfahrungen. Im Blick auf Gott sagten sie: „Du warst es ja, der das Meer austrocknete!“
Glaube und Hoffnung
Mit jedem neuen Erzählen in jeder Familie wurden Glaube und Hoffnung neu geweckt und gestärkt. Das haben die jüdischen Eltern festgehalten in den vielen Jahrhunderten, in denen die Juden in vielen Ländern zerstreut gewesen sind. An einem wichtigen Fest im Jahr wurde immer wieder von der Hoffnung gesprochen mit dem Satz: „Dieses Jahr feiern wir hier, nächstes Jahr in Jerusalem.“ Mit dieser Zusage will Jesaja Zuversicht und Hoffnung wecken. Das Volk soll sich nicht mehr fürchten vor der Gewalt sterblicher Menschen, die viel Unrecht und Unheil anrichten können. Stattdessen sollten sie neu vertrauen auf den Schöpfer aller Dinge. Ihm ist doch kein Ding unmöglich. Wo lebendige Hoffnung geweckt wird, da entsteht neues Vertrauen. Durch Austausch der Erinnerung blieben die guten Erfahrungen lebendig. Gott hat Israel in der Vergangenheit gerettet und er kann das auch noch heute tun.
Vor vielen Jahren habe ich eine liebe Frau erlebt. Ihre Krankheit wurde immer schwerer. Sie vertraute ganz darauf, dass der Herr Jesus ihr Leben sicher in seiner Hand hält. Sie bat mich des Öfteren, ihr gute Literatur zu besorgen. Die hat sie dann an das Krankenhauspersonal verschenkt. So wollte sie Glauben und Vertrauen wecken an Jesus. Mit ihrer Art und freudigen Hoffnung ist sie so manchem Menschen zum Segen geworden: die gute Hildegard. Ja, sie selbst wurde mit ihrer Einstellung nicht enttäuscht.
Jesaja sagt: „Ewige Freude wird über ihrem Haupte sein.“ Das gilt eine unbegrenzte Zeit, daran kann nichts mehr geändert werden. So wie Gott ewig ist, so wird auch die Freude ewig sein für die Menschen, die in seiner Gegenwart leben. Das sind große Zusagen. Kein Kummer, kein Seufzen wird es da geben. Das weckt schon jetzt Vorfreude. Die ist auch viel wert. Aber Gott schenkt uns für heute auch schon etwas davon. Denn zu den guten Früchten, die sein Geist schenkt, gehört die Freude voll dazu. Die will er heute bei uns wachsen lassen.
Vertrauen und Hoffnung
Die Atmosphäre im Himmel wird Freude sein. Alles Belastende, alles, was Sorgen machen kann, das wird es nicht mehr geben. Heute schon können wir die Sorgen wegwerfen, sagt die Bibel. Alle eure Sorge werft auf Jesus, den Sohn Gottes. Nur unser Vertrauen sollen wir nicht wegwerfen, sondern ganz festhalten. Dieses Vertrauen und diese Hoffnung lassen uns nicht enttäuscht zurück.
Vom Gegenteil dieser hoffnungsvollen Einstellung ist hier auch die Rede: Ich fürchte mich, mir ist angst und bange. Nun, diese Erfahrung haben viele auch schon gemacht. Da sind dann wahrscheinlich zwei Dinge gerade zusammengekommen. Eine Gefahr oder Bedrohung einerseits und Mutlosigkeit andererseits. Da muss sich der Mensch die Frage gefallen lassen: „Hast du das Vertrauen vergessen? Hast du vergessen, dass dem Herrn kein Ding unmöglich ist? Da hat sich vielleicht eine Situation entwickelt, wo du die Dinge nicht mehr in der Hand hattest. Ja, das kann sein. O, Herr, ich hab´ deinen starken Arm ganz vergessen.“ Gut, wenn einem da eine Erinnerung beigebracht wird.
Gott will nicht, dass jemand umkommt. Er ist der Erretter. Manchmal scheint es, als wäre er weit weg. Wer ihn anruft, dem soll geholfen werden. Unser Hilferuf trifft auf einen Gott, der nicht schläft, sondern tröstet. Der nicht stumm ist, sondern spricht. Er handelt auch noch immer. Manchmal nimmt er dazu große oder kleine Propheten. Oder manchmal wohl auch Menschen, die sich von ihm gebrauchen lassen und das selbst gar nicht merken.
Gott will, dass wir unter dem Schatten seiner Hände geborgen sind – als sein Volk. Ja, da will ich gerne dazugehören. Und da will ich auch an dem guten Programm festhalten, das nur aus fünf Worten besteht: „Wer glaubt, der flieht nicht.“