05.06.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Ins Licht kommen

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.

1. Johannes 1,7

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In meiner Familie habe ich kürzlich bei einem Kind im familiären Umfeld erlebt: Es war mehrere Tage bedrückt und still, und die Eltern haben sich schon gefragt, was los ist. Sie haben mit ihm gesprochen, auch mit Lehrkräften, aber es hat nichts erzählt.

Dann hat die Mutter mitbekommen, dass etwas Größeres kaputt gegangen war. Und plötzlich wurde ihr klar: Das muss dahinterstecken.

Sie sprach ihr Kind an, und da brach es aus ihm heraus. Es weinte und erzählte, was passiert war. In dem Moment kam Licht in die Situation.

Es gab keine Vorwürfe, sondern Liebe. Die Zusage: Du bist geliebt – egal, was passiert ist. Und man konnte richtig sehen, wie sich etwas löste. Wie die Last abfiel, Ruhe einkehrte und die Freude zurückkam.

Da musste ich an einen Satz aus dem 1. Johannesbrief denken:
Leben wir im Licht, so wie Gott im Licht ist, dann haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut, das Jesus, sein Sohn, für uns vergossen hat, reinigt uns von jeder Schuld.

Ich merke bei mir selbst, dass es mir oft schwerfällt, ehrlich zu sein. Zu meinen Fehlern und Sünden zu stehen und Licht hineinzulassen.

Dabei war es bei meinem Neffen genau das, was den Unterschied gemacht hat. In dem Moment, in dem alles ans Licht kam, wurde er nicht bestraft, sondern der Liebe vergewissert. Und plötzlich wurde es leicht.

Und ich glaube: Genau so ist Gott. Dass ich zu ihm kommen darf – mit dem, was schiefgelaufen ist. Dass ich nichts verstecken muss. Sondern dass er Licht hineinbringt. Und dass ich erleben darf: Ich bin geliebt.

Autor/-in: Susanne Thyroff