24.08.2026 / Lied der Woche
In den Sand geschrieben (2/7)
Wie Vergebung gelingen kann, ohne Schmerz kleinzureden: Krís Madarász über seinen Song.
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Das Lied der Woche heißt „In den Sand geschrieben". Komponiert wurde es von dem ungarischen Musiker Pintér Béla, ins Deutsche übertragen vom Frankfurter Künstler Krís Madarász, der das Lied auch singt.
Der Refrain des Songs malt ein spannendes Bild: Worte, die in den Sand geschrieben werden und vom Wind verweht werden – als Symbol dafür, zu vergeben. Das Lied begleitet Krís Madarász seit vielen Jahren, deswegen hat er sich entschieden, eine deutsche Fassung zu bringen. Er hat uns erklärt, was ihn so angesprochen hat:
„In meiner christlichen Erziehung habe ich das manchmal eher plump gehört: ‚Hey, du musst vergeben.' Und zwischen den Zeilen kam bei mir aber oft eher was an, wie ‚Schwamm drüber' oder ‚Unter den Teppich damit' – als ob das so einfach wäre. Was mir aber an diesem Bild vom In-den-Sand-Schreiben so gut gefällt: da ist ja beides drin. Ich schreibe ja wirklich auf, was mich verletzt hat oder auch wo ich andere verletzt habe. Ich benenne Schuld, ich benenne konkret, was passiert ist. Ich benenne, was mir weh getan hat, was da ist. Aber ich meißle es eben nicht für alle Ewigkeit in Stein, sondern ich schreibe es in den Sand. Ich erlaube dem Wind, dieses Wort allmählich zu verwischen und schließlich ganz fortzutragen. Das ist nicht einfach, aber ich glaube, es ist ein Schlüssel, dieses Nicht-in-Stein-Meißeln, nicht Festhalten an Bitterkeit, nicht zulassen, dass sich diese Dinge ins Herz graben – sondern loslassen, in den Sand schreiben, die Kontrolle abgeben, Gott damit fertig werden lassen."