09.09.2026 / Bibel heute

In Aussicht gestellt

Des HERRN großer Tag ist nahe, er ist nahe und eilt sehr. Horch, der Tag des HERRN ist bitter! Da schreit selbst der Starke. Denn dieser Tag ist ein Tag des Grimmes, ein Tag der Trübsal und der Angst, ein Tag des Unwetters und der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag der Wolken und des Nebels, ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis gegen die festen Städte und die hohen Zinnen.[...]

Zefanja 1,14-18

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Der Zornestag und die Hoffnung auf Geborgenheit

„Vielleicht werdet ihr geborgen am Zornestag des Herrn.“ Mit dieser Hoffnung endet heute der Abschnitt aus dem Buch Zephanja. Das stellt der Bote Gottes in Aussicht. Dennoch geborgen bleiben. Das spricht mich an. Dies gilt bei den Schritten, die ich in den nächsten Minuten hörend und nachdenkend gehe. Es geht um den Tag des Herrn. Der Bote Gottes mit dem Namen Zephanja beschreibt diesen besonderen Tag. An diesem Tag wird abgerechnet. Gott zieht die Konsequenzen. Menschen haben sich von ihm abgewandt. Den Menschen wurde etwas viel wichtiger und größer als der, der sie erschaffen hat. Deshalb halten sie sich nicht an seine Gebote. Ihr Verhalten weist viele Dinge auf, die Gott nicht gefallen. Jetzt warnt Gott. Es gibt einen Tag, an dem Gott das letzte Wort spricht. An diesem „Tag des Herrn“ zieht Gott zur Verantwortung. Mich ebenso.

Alle Menschen werden Rechenschaft ablegen müssen. Wie Jesus es formuliert: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden.“ (Matthäus 12,36)

Gericht und Geborgenheit im Bild der Schlacht

Zephanja schildert diesen schwerwiegenden Tag mit dem Bild einer Schlacht. Eine furchtbare kriegerische Auseinandersetzung. Mich erinnert diese Schilderung an das, was ich über den fürchterlichen Kampf um Verdun im I. Weltkrieg gelesen habe. Oder die Berichte aus dem II. Weltkrieg um die Schlacht um die Seelower Höhen vor Berlin. Grauenhaft! Wer kann in so etwas geborgen bleiben? Das kann im Kriegsgeschehen nur Gott geben. So wie beim großen Abrechnungstag Gottes.

So kann der „Jüngste Tag“ und „Tag des Herrn“ auch bezeichnet werden. Dem Abrechnungstag Gottes gingen und gehen viele erschreckende Ereignisse voraus. Wie Modelle erleben bis heute Menschen fürchterliche Tage.

Dann erfahren aber auch einzelne Personen den tiefen Frieden Gottes. Mitten im Untergang sind sie geborgen. Weil Gott zu mir steht. Das höre ich aus dem Satz heraus: „Suchet den HERRN, all ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet!“ (Zephanja 2,3)

Juda zwischen Reform, Bündnissen und Katastrophe

In Juda regiert damals kurz zuvor der König Josia. Er befiehlt weitgehende Reformen. Oberflächlich ist der gottgewünschte Gottesdienst wieder eingeführt. Ob diese Erneuerung aber die Herzen der Menschen damals erreicht? Die Gerüchte über eine neue Großmacht erreicht sie sicherlich. Bisher schützt das Bündnis mit dem mächtigen Ägypten.

Aber jetzt entwickelt sich Babylon als Großmacht. Babylonien bietet sich als neuer, mächtiger Partner an. Wohin soll sich der König orientieren? Worauf sollen die Regierenden sich stützen? Das bewegt die Menschen im Königreich Juda.

Die Minister, Priester und die Königsfamilie setzen auf politische Bündnisse und Verträge. Diese Politik führt schließlich in die Katastrophe. Gott erhebt seine Stimme. Mehrere Propheten laden zum Vertrauen auf Gott ein. Die Boten Gottes werden nicht gehört. Die Großmacht Babylon kommt in Person des Nebukadnezar. Da gibt es keine andere Wahl mehr. Aber das aufgezwungene Bündnis wird kurz darauf von Juda gebrochen. Was danach folgt, ist Zerstörung, Tod, Vernichtung. Ein erstes Modell des „Tag des Herrn“ als Gericht.

Das Gericht am Kreuz und die Rettung durch Jesus

Mit einem weiteren Schritt gehe ich ins Neue Testament. Über Jesus bricht das Gericht Gottes herein. Am sogenannten Karfreitag. Jesus wird ans Kreuz genagelt. Jesus hängt zwischen Himmel und Erde. Für jedes Wort und jede Tat, die ich spreche und tue, mit denen ich Menschen oder Gott verletze.

Jesus erklärt sich als Unschuldiger bereit, all meine Schuld und Vergehen auf sich zu nehmen. Er stellt sich der Gerechtigkeit Gottes zur Verfügung. Jesus übernimmt die Konsequenzen für meine Gottlosigkeit. Gott vollzieht an ihm sein Gericht, das Ungerechtigkeit ahndet. Dunkelheit, Schmerz und Tod kennzeichnen damals diesen Frei-Tag. An jenem entscheidenden Tag warnt Jesus: „Dann werden die Menschen anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallt über uns! und zu den Hügeln: Bedeckt uns!“ (Lukas 23,30) Diese Worte zielen auch auf den letzten, endgültigen „Tag des Herrn“.

„Vielleicht werdet ihr geborgen am Zornestag des Herrn.“ Ganz sicher sind Menschen geborgen am Tag des Herrn. Jesus zeigt uns den Weg dorthin: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört, und glaubt meinem Vater, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht“ (Johannes 5,24)

Ich verstehe dieses Glauben so: Ich nehme den Urteilsspruch Gottes an. Ich bin schuldig. Und genauso nehme ich an, was Jesus für mich tut. Ich vertraue darauf, dass Jesus am Kreuz voll für mich bezahlt. Ich habe Jesus in mein Leben eingeladen. Ich übergebe ihm das Kommando. Er soll der Herr meines Lebens sein. Der auferstandene Jesus lebt und regiert in meinem Leben. Das gibt Geborgenheit. Bereits jetzt, hier und heute. Bei Ihnen, liebe Hörerin und lieber Hörer, kann dies ebenfalls sein.

Die Bibel stellt uns in Aussicht: „Gott sagt: »Wenn die Zeit kommt, dass ich mich über euch erbarme, erhöre ich euch; wenn der Tag eurer Rettung da ist, helfe ich euch. Jetzt ist die Zeit der Gnade! Jetzt ist der Tag der Rettung!“ (2. Korinther 6,2)

Darum kann der Prophet schon damals Hoffnung machen. „Sammelt euch und kommt her, suchet den HERRN!“ Ruft der Bote Gottes auf.

Übrigens trägt Zephanja dies im Namen: „von Gott geborgen“. So kann ich seinen Namen ins Deutsche übersetzen.

Die Botschaft von Zephanja ruft Ihnen und mir zu: „Du kannst geborgen sein!“ Durch Jesus ist das möglich – ganz real und präsent, heute und in Zukunft.

Autor/-in: Bernhard Maier