19.04.2020 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Immer ohne Osterfeuer

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

Lukas 12,32

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Ostern liegt nun schon eine Woche hinter uns. Auch, wenn es in diesem Jahr sehr viel anders war als sonst, so konnten doch Christen Ostern feiern. Wobei ich zugeben muss, dass ich das Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer auf unserem Kirchhof morgens vor Sonnenaufgang vermisst habe. Das sichtbare Zeichen dafür, dass in die Dunkelheit und Nacht dieser Welt ein neues Licht hinein strahlt, weil Jesus auferstanden ist.

Das mit dem Osterfeuer hat in diesem Jahr also nicht so stattgefunden. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir im kommenden Jahr die Osterkerze wieder in traditioneller Weise entzünden können. Vielleicht erleben wir es dann noch viel intensiver, weil wir in diesem Jahr darauf verzichten mussten. Bei meinen Gedanken darüber wurde mir auch bewusst, dass es Christen auf dieser Welt gibt, die das jedes Jahr so erleben, wie wir in diesem Jahr. Sie können nie öffentlich Ostern feiern und ein Osterfeuer entzünden. Eine Osterkerze in ihre Kirche tragen können sie auch nicht, weil es keine Kirche gibt, in die sie gehen könnten. Sie leben ständig in Angst, weil sie als Minderheit benachteiligt und bedroht werden. Schätzungen zufolge werden mehr als 200 Millionen Christen weltweit stark bis sehr stark verfolgt. Gerade für sie gelten die Worte, die Jesus einst seinen Jüngern zum Trost zugesprochen hat: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben." (Lukas 12,32) Gott hat jedem Menschen, der an Jesus glaubt Anteil an seinem Reich gegeben. Das gilt, mit oder ohne Osterfeuer! 

Autor/-in: Horst Kretschi