04.07.2023 / Das Gespräch

Im Land der tausend Kreuze

Auf Besuch bei der sorbischen Minderheit in Sachsen.

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Die Straßenschilder sind zweisprachig und in den Vorgärten stehen Kruzifixe: inmitten einer säkularisierten Gesellschaft leben in der Oberlausitz die Sorben ihren katholischen Glauben. „Uns ist es wichtig, unseren Glauben offen zu bekennen“, sagt Rafael Ledschbor, Redakteur der sorbischen Kirchenzeitung „Katolski Posol“.

Seit 1400 Jahren siedeln Sorben im Süden Brandenburgs und in Sachsen, sie sind anerkannt als nationale Minderheit. Ihre Interessen vertritt Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina: „Das Miteinander zwischen Sorben und Deutschen ist gut“, betont Statnik, „doch wir haben im Osten Deutschlands ein sehr großes Problem mit Rechtsextremismus, und der richtet sich auch immer wieder gegen Sorben.“

Seit der Wende 1990 ist die Region geprägt von Wegzug und 2038 soll das Aus kommen für den Braunkohletagebau. Viele Arbeitsplätze werden damit in der Lausitz wegfallen. Doch Statnik bleibt zuversichtlich: „Wenn wir uns gemeinsam als Region verstehen und das Sorbische als Herausforderung und Chance sehen, dann können wir eine Zukunft schaffen mit Perspektiven.“ 

Regina König war vor Ort, in Ralbitz, und hat dabei ganz nebenbei ein paar Brocken Sorbisch gelernt…

© ERF - Ralbitz Ortsschild

© ERF - Ralbitz Kruzifix

© ERF - Ralbitz Friedhof

© ERF - Interviewpartner Rafael Ledschbor / Dawid Statnik

Autor/-in: Regina König