16.05.2026 / Bibel heute
Hoch, höher, der Höchste
Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester des höchsten Gottes; er ging Abraham entgegen, als der vom Sieg über die Könige zurückkam, und segnete ihn; ihm gab Abraham auch den Zehnten von allem. Erstens heißt er übersetzt: König der Gerechtigkeit; dann aber auch: König von Salem, das ist: König des Friedens. Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.[...]
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Außerirdisches Leben – aus christlicher Perspektive
Glauben Sie eigentlich, dass es außerirdisches Leben gibt? Astronomen senden Signale ins Weltall und warten auf Antwort. Hallo, ist da jemand?
Christen glauben tatsächlich, dass es außerirdisches Leben gibt – natürlich nicht in Form von grünen Männchen mit roten Antennen, die auf einer Untertasse hereinschweben. Aber wir glauben an einen Schöpfergott, der selbstverständlich außerhalb dieser uns bekannten Erde lebt. Aus seiner Welt, die wir dann Himmel nennen, spricht er in unsere Welt und greift auch handelnd in sie ein.
Das stärkste Zeichen dafür ist, dass er selbst in der Person Jesus von Nazareth in seine Schöpfung gekommen ist. Paulus bezeugt im Brief an die Gemeinde in Kolosä, dass durch IHN alles gemacht ist. (Kolosser 1,15-17)
Und auch Johannes erklärt zu Beginn seines Evangeliums, dass Jesus ultimativ das Wort Gottes in diese Welt ist, und dass durch IHN alles gemacht ist.
Quer durch die Bibel bezeugen Menschen, dass sie Begegnungen mit außerirdischen Wesen gehabt haben. Wir nennen sie in der Regel Engel.
Melchisedek – der mysteriöse Priester-König von Salem
Der Hebräerbrief greift eine Person des Alten Testamentes auf, die dort nur ganz kurz erwähnt wird – und zwar in einer mysteriösen Begegnung mit dem Stammvater Abraham. (1. Mose 14,18-20)
Die Vorgeschichte ist, dass die Könige von Sodom und Gomorra Krieg mit ihren Nachbarn angezettelt und diesen verloren hatten. In der Folge war auch Abrahams Neffe Lot, der in Sodom lebte, mit all seiner Habe in Gefangenschaft geraten.
Abraham hatte einerseits Gottvertrauen, war andererseits aber wohl auch militärisch gerüstet. Er jagte den Siegern mit 318 Knechten nach, schlug sie bei Nacht und brachte Lot, dessen Habe „und das Volk“ wieder zurück.
Um seines Neffen Lot willen greift Abraham zugunsten von Sodom und Gomorra ein, das wenig später aufgrund seiner Unmoral und Schandtaten reif zum Gericht ist. Das ist an sich schon sehr merkwürdig.
Danach kommt es zu einer seltsamen Begegnung Abrahams mit zwei Königen: dem König von Sodom und dem mysteriösen König von Salem, und „der war ein Priester Gottes des Höchsten“ (Vers 18). Dieser Priester-König heißt Melchisedek. Mit den Friedenszeichen Brot und Wein kommt er den beiden anderen entgegen und er segnet Abraham. Der König von Sodom war dabei wohl nur Statist.
Abraham akzeptiert Melchisedek als den Höhergestellten und von Gott Gesandten und gibt ihm als Dankopfer 10 % von der eroberten Beute. (Hebräer 7,4)
Das Angebot des Königs von Sodom, die weitere Kriegsbeute zu behalten, lehnt Abraham dagegen ab. „Du sollst nicht sagen können, dass ich durch dich reich geworden wäre.“ Abraham verzichtet einerseits auf den Gewinn aus dem Feldzug und gibt stattdessen davon den zehnten Teil an Melchisedek ab.
Wer war dieser merkwürdige Priester-König Melchisedek von Salem? Außer in 1. Mose 14,18-20 erwähnt ihn im Alten Testament nur noch der prophetische König David in Psalm 110,4: „Jahwe hat geschworen, … Du bist ein Priester nach der Weise Melchisedeks.“ Und Du ist hier der, den David „mein Herr“ nennt und zu dem Jahwe spricht: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.“ Neutestamentlich verstanden, kann das nur der Sohn Gottes, der Messias, sein.
Und dann schweigt die Bibel wieder über diese merkwürdige Person, die in der Geschichte nur wie ein kurzes Blitzlicht aufgetaucht und dann wieder verschwunden ist. Das ist wie eine Perle, die Gott in seinem Wort kurz gezeigt und dann wieder versteckt hat. Nach dem Erscheinen des Messias holt er sie erneut hervor, um im Hebräerbrief ihre wahre Bedeutung zu offenbaren.
Das höhere Priestertum – Melchisedek und Jesus Christus
Auch der Hebräerbrief ist ein Mysterium: allein Gott weiß, wer ihn verfasst hat. Aber keine andere Schrift erklärt so tiefgründig die Zusammenhänge zwischen dem Alten Bund und dem neuen Bund in Jesus Christus.
In Kapitel 7 wird zunächst erläutert: Melchisedek von Salem bedeutet König der Gerechtigkeit und des Friedens. Und: wir wissen von seiner Abstammung nichts, weder Anfang noch Ende. Er war einfach da und dann wieder weg. Er ist ein Priester in Ewigkeit – so wie Jesus auch. (Vers 3)
Kurz: er war ein „Außerirdischer“, den Gott für diese besondere Begegnung mit Abraham auf die Erde geschickt und dann wieder abgerufen hatte. Sozusagen ein „Kurzzeit-Priester“ des Höchsten. Von einigen wird angenommen, dass es der „präexistente“ Jesus selbst war, bevor er Mensch wurde.
Das ist auch deswegen für mich plausibel, weil Jesus in den Auseinandersetzungen mit seinem Volk sogar selbst gesagt hat: „Bevor Abraham geboren wurde, bin ich.“ (Johannes 8,58)
Nachfolgend beleuchtet Hebräer 7,5–10 noch einmal besonders den Vorgang, dass Abraham dem höhergestellten Melchisedek „den Zehnten“ gibt.
Der Erzvater Abraham ordnet sich freiwillig und ohne Diskussion diesem Priester aus der Ewigkeit unter und gibt ihm den zehnten Teil der Kriegsbeute ab.
Aus der Abstammungslinie Abrahams hat Gott in der Geschichte Israels über dessen Ur-Enkel Levi das irdische Priestertum eingesetzt und geordnet. Die Priester und Leviten hatten für ihre Versorgung Anspruch auf „den Zehnten“ Teil der Ernte aus den übrigen Stämmen Israels, weil sie selbst keine Landwirtschaft betreiben sollten.
Folgerungen für Christen heute
Schlussfolgerung: Schon Stammvater Abraham hat sich Melchisedek untergeordnet. Zum Zeichen hat er diesem höheren Priester aus der Ewigkeit den Zehnten gegeben. Dann müssen die Leviten dies ebenfalls tun, obwohl sie selbst Empfänger des Zehnten nach dem Gesetz von Mose sind.
Und das im Analogieschluss: da Jesus Christus die letztgültige Erfüllung dieses höheren Priestertums „nach der Ordnung Melchisedeks“ ist, ist ihm alles untergeordnet – auch das Gesetz Mose und der etablierte Priesterdienst. Das war eine harte Nuss für die Juden zur Zeit Jesu, denn über das Gesetz Mose ging ihnen nichts.
Und was heißt das für uns Christen heute, die wir nicht mehr unter dem „Gesetz Mose“ leben müssen?
- Der weitere Verlauf des Hebräerbriefes wird aufzeigen: Jesus hat sich als das vor Gott ein für allemal gültige Opfer hingegeben. Damit ist alle unsere Sünde bezahlt. Dem können wir durch keinerlei Werke noch etwas hinzufügen – auch nicht durch gut gemeinte Spenden.
- Um unsere Dankbarkeit zu zeigen und die Verbreitung des Evangeliums zu fördern, ist es trotzdem eine gute Idee, regelmäßig etwa „den Zehnten“ abzugeben. – Ich kann über eine lange Praxis bezeugen: was ich abgegeben habe, hat mir nie gefehlt.