22.11.2018 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Hereinspaziert!

Klopfet an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7,7

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Mehrmals am Tag klopft es an meiner Bürotür. Manchmal zaghaft, manchmal selbstbewusst, aber immer anders. Manchmal kann ich an der Lautstärke des Klopfens sagen, wer vor der Tür steht.

An der geschlossenen Tür klopfen gebietet der Anstand. Wenn ich von jemandem etwas will, dann reiße ich nicht einfach die Tür auf und presche in den Raum. Nein, ich wartet bis ich „ja bitte“ oder „herein“ höre und öffne dann die Tür. Und wenn ich nichts gehört habe? Nun, dann warte ich geduldig einen Moment oder probiere es später noch einmal.

Bei Gott verhalten sich die Dinge etwas anders. Gott hat keine Sprechstunden, die ich einhalten muss. Ich kann immer zu ihm kommen. Dazu ermutigt Jesus seine Jünger mit den Worten „Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan“, Matthäus 7,7.

Es kommt noch besser: Ich kann nicht nur zu jeder Zeit Gott um etwas bitten. Jesus sagt, dass sich die Tür zu Gottes Gegenwart für mich immer öffnen wird. Die Aufforderung „klopft an, so wird euch aufgetan“ ist ernst gemeint.

Der christliche Glaube ist auf Beziehung angelegt, auf eine wechselseitige Beziehung. Ich darf Gott durch Jesus Christus im Gebet ansprechen. Umgekehrt rechne ich damit, dass Gott in mein Leben hineinspricht.  

Autor/-in: Wolf-Dieter Kretschmer