26.10.2026 / Wort zum Tag

Hat Gott dazugelernt?

Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr leitet?

Römer 2,4

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Die markanten Geschichten des Alten Testamentes berichten vom Durchgreifen Gottes gegen den ungehorsamen Menschen. Vertreibung aus dem Paradies, eine verheerende Flut gegen die Zügellosigkeit, Sprachverwirrung gegen Überheblichkeit und schließlich jahrelange Wüstenwanderung, um den lebendigen Gott endlich zu begreifen. Gott will den Gehorsam seiner Geschöpfe und reagiert sauer, wenn ihm der verweigert wird. Freilich es gibt inmitten der Katastrophen zwischen Gott und seinen Menschen immer wieder wunderbare Erzählungen und Berichte von der Güte Gottes, die er einzelnen Menschen schenkt, welche seine Autorität anerkennen. Dass Gott von seinen Menschen Gehorsam und Unterordnung will, ist unverkennbar. Doch hat es die Menschheit tatsächlich verändert?

Da inszeniert Gott mit Jesus einen ganz anderen Weg. Er schickt seinen Sohn zu uns, damit wir seine gütige Seite kennenlernen. Er hat damit nichts von seiner Autorität eingebüßt, aber er überholt sich sozusagen selbst mit einer freundlichen Zuwendung zu seinen geliebten Menschen. Nicht mehr Strenge, Strafe und Gewalt sollen uns zur Umkehr bringen, sondern seine Güte, seine Vergebung und seine abgrundtiefe Liebe. Jesus macht uns diese Liebe deutlich, indem er unser Elend teilt, als Kind in der Krippe und als Heiland, der kaputte Menschen und verängstigte Gemüter gesund macht.

Er propagiert ein Leben abseits vom Egoismus und der Selbstverherrlichung und stirbt schließlich, weil wir kollektiv oder einzeln schuldig geworden sind. Seine Güte zeigt sich, weil er es regnen lässt auf Gerechte und Ungerechte, indem seine Sonne auf Böse und Gute scheint. Er hält nicht Katastrophen und Strafgerichte bereit, wenn wir ihn ignorieren. Nein, er spricht positiv mit uns. Er erinnert an die vielen Zuwendungen, die wir ungebeten von ihm bekommen – Sonne, Luft, Nahrung, Gesundheit, Mitmenschen.

Der Psalm 104 listet das auf, was uns der lebendige Gott täglich als selbstverständlich schenkt. Mit diesen Äußerlichkeiten lockt uns Gott zu sich und zu einer neuen Einstellung zu ihm. Es sind Lockrufe Gottes, keine Drohungen. Mit Jesus wird das alles noch plausibler. Er ist uns so nahe wie ein treuer Freund, wie die belebende Sonne und wie ein wärmender Mantel. Er ist ein verlässlicher Begleiter durch das Leben, bis hin zum Sterben. Ja, wir brauchen keine Angst vor einem Rachegott zu haben, wenn es um das Ende unseres Lebens und die Ewigkeit geht.

Jesus sagt (Johannesevangelium 5,24): „Wer mein Wort hört, und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht.“ Ist das nicht eine Güte, die uns geradezu in die offenen Arme Jesu treibt?

Es gibt eine Umkehr zu Gott, die wir wie Nach-Hause-kommen erleben können. Umkehr, Vergebung, Neuanfang als ein entlastender Weg, den Gott selbst anbietet. Eigentlich schade, wenn wir ihn nicht gehen. Lassen Sie sich locken, lassen Sie sich verlocken zum Leben!

Autor/-in: Albrecht Kaul