18.05.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag
Granatapfelkerne
Ein Gebet Davids. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. Bewahre meine Seele, denn ich bin dir treu. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich. Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir.
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Ich liebe Granatäpfel. Die süße Frische der Kerne ist einfach einmalig. Um an sie heranzukommen, muss ich allerdings etwas Zeit und Mühe aufwenden. Denn in einem Granatapfel sitzen viele rote, saftige Kerne dicht an dicht auf kleinstem Raum; sie scheinen gar kein Ende zu nehmen. Es braucht ordentlich Geduld, die Kerne aus dem Schalenball mit dem Krönchen herauszulösen. Aber das lockende Ziel ist mir den Aufwand wert: die rote Erfrischung, garniert mit etwas Joghurt. Ein Granatapfel taucht vor meinem inneren Auge auf, wenn ich in der Bibel im Psalm 86 auf das folgende Gebet stoße: "Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte." Dicht an dicht sitzen hier schöne und wichtige Worte des Glaubens: Herr, Weg, Weisung, Wandeln, Herz, dein Name. So viel Tiefe und Fülle auf kleinstem Raum. Meisterhaft. Und, warum nicht, auch schmackhaft. Ich löse ein paar Kernworte heraus, die ich mit in den Tag nehme: "Herr, zeig mir heute deine guten Wege. Bleib in meinem Herzen." Worte können eben auch wie süße Früchte schmecken. Womit ich wieder beim Granatapfel bin mit seinen köstlichen Kernen und seiner glücklich machenden Frische. |