24.09.2023 / Bibel heute
Gottes Wunder beim Auszug aus Ägypten
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„So groß ist der Herr,
sing mit mir, so groß ist der Herr!
Ihn preisen wir. So groß ist der Herr!“
Dieser Refrain des Liedes: „Ein König voller Pracht“ hat mich, als ich ihn zum ersten Mal im Jugendkreis hörte und sang, schier umgeworfen. Immer wieder musste ich ihn singen. Und wenn ich einen Liedwunsch äußern konnte – Sie ahnen es schon – so war es: „Ein König voller Pracht“ mit dem Refrain: „So groß ist der Herr …“
Noch heute spüre ich die Begeisterung, sehe aber inzwischen die Lobpreislieder etwas differenzierter. Die Psalmen 113 bis 118 haben im Psalmbuch eine besondere Stellung. Sie wurden an Festtagen in Israel gesungen, wie z. B. beim Passah- oder Laubhüttenfest, auch auf den Wegen – zu den großen Festen – nach Jerusalem.
Vermutlich kannten Jungen und Mädchen zur Zeit Jesu die Psalmen 113 bis 118 auswendig. Diese Psalmen drücken eine große Freude aus. Einige beginnen mit Halleluja, andere enden mit einem Aufruf zum Lob Gottes. Diese sogenannten Hallel-Psalmen sind voller Freude über den großen Gott Israels.
Heute würde die Jugend Israels vielleicht „So groß, ist der Herr, sing mit mir, so groß ist der Herr ….“ singen. Interessant, dass Jesus, unser Herr, Psalm 114 wenige Tage vor dem bitteren Gang nach Golgatha bei der Passahfeier mit seinen Jüngern gesungen hat, wie wir aus dem Ablauf eines Passahfestes schließen können.
Was beinhaltet denn Psalm 114, den wir am heutigen Sonntag betrachten? In vier kurzen, gleich gebauten Versen verbindet sich eine unvorstellbare Glaubenserfahrung mit einer kunstvoll dichterischen Sprache. Es wird der Auszug aus Ägypten mit den Wundern Gottes, der Weg aus der Sklaverei in die Freiheit beschrieben.
Ja, so groß ist der Herr, der Gott Israels. Gott wird aber nicht nur gepriesen, es wird daran erinnert, wozu Gott Israel berufen hat. Der Psalmbeter erinnert gleich zuerst in V. 2: „Da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Königreich.“
So, wie es im 2. Buch Mose heißt: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Dazu ist Israel berufen. Zu einem Leben mit Gott. In der Bibel ist wahre Freiheit nie ohne Bindung. Es ist ein Leben in Verbindung mit Gott.
In wenigen Andeutungen werden nun Gottes Taten in Psalm 114 erwähnt. Da heißt es: „Das Meer sah es und floh.“ Es war unglaublich, wie sich das Rote Meer teilte und wich, das Volk Gottes trockenen Fußes durch das Meer gehen konnte.
Doch nicht nur das Meer floh, auch der Jordan machte Platz für das Volk Gottes auf dem Weg in das verheißene Land. Im Buch Josua, Kapitel 3, lesen wir, dass zu dem Zeitpunkt, als die Israeliten den Jordan überqueren wollten, sich dieser in einen reißenden Fluss verwandelt hatte. War er doch die meiste Zeit des Jahres eher ein beschauliches Flüsschen, war er gerade jetzt zu einem furchteinflößenden, unüberwindlichen Hindernis geworden. Es war die Macht Gottes, die das Wasser staute, und Israel konnte ungehindert ins Land Kanaan einmarschieren.
Unser großer Gott kann Hindernisse wunderbar beseitigen und sein Volk unbeschadet zu dem Ziel bringen, das er sich gedacht hatte. So hat er es mit Israel getan. Und auch heute, kann sich Gott auch jederzeit im Leben von Gläubigen erweisen. Jeder, der an Jesus Christus glaubt, wird mit Gott Erfahrungen machen.
Wir glauben an einen lebendigen Gott, nicht an einen Gott von dem wir nur fromme, nette Geschichten lesen. Nein, er ist ein Gott, der in unserer Alltagsrealität erfahrbar ist. Da erlebe ich, wie er wunderbar vor Unfällen bewahren kann, wie er in Geldnöten hilft, oder es begegnen einem zur rechten Zeit die richtigen Menschen. Das eine Mal erlebt man Heilung von einer Krankheit, das andere Mal die Kraft, in der Krankheit durchzuhalten und nicht zu verzagen.
Was der Psalmbeter jetzt weiter poetisch beschreibt, würde ich gerne in einem Film sehen: „Vor Freude hüpften die Berge wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.“
Ich selber freue mich und staune, wenn ich unsere Enkelkinder miteinander spielen sehe, wie sie kraftvoll hüpfen und springen, mit Leichtigkeit auf einen Baum klettern, oder auch einen Salto ins Becken eines Schwimmbades machen. Ich spüre diese Freude, diese Kraft in ihnen. Die Energie muss einfach aus dem Körper raus, in Bewegung umgesetzt werden. Eben wie bei hüpfenden Lämmern und bei jungen Schafen.
Ja, es muss bezeugt, davon gesprochen werden: So groß ist unser Gott. In Vers 7 heißt es: „Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs.“ Und dieser Gott hat – und damit sind wir schon am Ende dieses kurzen kraftvollen poetischen Rückblicks in die Geschichte Israels, „den Felsen verwandelt in einen See und die Steine in Wasserquellen“.
Israel wurde in größter Not wunderbar mit Wasser versorgt. Wasser quoll aus einem Felsen, Menschen und Tiere konnten ihren Durst stillen. Und jeder, der diese Geschichte kennt, weiß, dass Mose dabei nicht gut aussah, sich als ein Anführer erwies, der patzte. Trotz aller menschlichen Mängel und allem Versagen seiner Diener, hat Gott seinem Volk immer wieder geholfen. Was für ein einzigartiger Gott. So ist unser Gott, an den wir glauben!
Als Oswald Chambers und seine Frau einmal von einem Krankenbesuch nach Hause kamen, fragte ihn seine Frau, was Gott wohl mit diesem kranken Menschen tun wird. Oswald Chambers gab ihr zur Antwort: Mir ist egal, was Gott tut. Für mich zählt nur, wer Gott ist.
Ja, wer ist dieser Gott? In Psalm 114 wird unser einzigartiger Gott gezeigt. Er führt sein Volk in die Freiheit. Er führt wunderbar durch Nöte und beseitigt Hindernisse. Über ihn dürfen, nein, sollen wir uns freuen. Trotz menschlicher Schwächen gab er Wasser in der Wüste. D. h.: Er erquickt seine Gläubigen, gibt ihnen Lebensmut und Kraft für ihren weiteren Weg. Das wünsche ich ihnen von Herzen. „So groß ist der Herr, sing mit mir, so groß ist der Herr! ihn preisen wir. So groß ist der Herr!“