01.01.2025 / Bibel heute
Gottes Herrlichkeit in seiner Schöpfung und in seinem Gesetz
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern,
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Kennen Sie Wimmelbücher?
Der Münchner Kinderbuchautor Ali Mitgutsch hat sie erfunden. Seit etwa 50 Jahren dürfen sie in keinem Kinderzimmer fehlen. Wimmelbücher erobern Kinderherzen im Sturm. Das Besondere an Wimmelbüchern ist ihre unglaubliche Vielfalt und Buntheit. Zu einem bestimmten Thema zeigen sie so viele Einzelheiten, dass man auf Anhieb gar nicht alles wahrnehmen kann. Wimmelbücher erzählen zum Beispiel vom Leben auf dem Bauernhof oder auf der Baustelle oder in der Stadt. Auf diesen Bildern zeigt sich das Leben in allen Farben und Facetten. Menschen und Maschinen, Berge und Blumen, Häuser und Himmel, Flugzeuge und Flüsse. Es nimmt kein Ende. Diese Bücher kann man immer wieder anschauen. Und jedes Mal entdeckt man daran neue Details.
Mit einem solchen Wimmelbuch vergleiche ich den Psalm 19, den Sie gerade gehört haben. In diesem Abschnitt wimmelt es von Geboten. Dieser Psalm ist wie ein Wimmelbild, das ich schon oft angeschaut habe. Und ich höre neue Gebote und überraschende Bestimmungen.
In diesem Psalm wimmelt es von Geboten, und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll, wie bei einem Wimmelbild. Ich kann und ich muss heute nicht über alle diese Gebote nachdenken. Die Fülle oder Überfülle an Geboten in diesem Psalm hat jedoch einen Grund. Mit diesen Bestimmungen ist das Leben in aller Tiefe und Weite im Blick, mit seinen unendlichen Möglichkeiten und mit den Bedrohungen, die es in Gefahr bringen. Diese Bestimmungen wollen Leben schützen und Leben fördern. Das menschliche Leben wimmelt auf dieser Erde in einer Buntheit und Vielfalt von etwa acht Milliarden Menschen.
Große Kraft geht von einem Glauben aus, der sich an Gott hält, auch wenn alles aussichtslos zu sein scheint. Das haben schon die Beter der Psalmen erfahren. Glaube kann und wird Berge versetzen.
Da finde ich den Vergleich von Theologen, dass wir die Psalmen “kauen“ sollen – sehr passend.
„Psalmen kauen, essen“ – was für ein Vergleich! Die Psalmen als wichtigstes Lebensmittel! Für viele ist die Vorstellung doch eher ungewöhnlich – dass man Psalmen braucht, um zu überleben. Dass sie so wichtig sein können, wie das Käsebrot am Abend oder der Kaffee am Morgen. Doch die Beter der Psalmen haben es uns vorgemacht. Jetzt am ersten Tag des neuen Jahres 2025, alle Seiten sind noch leer, schneeweiß, unbeschrieben, es wimmelt noch nicht … und doch wird es so sein: ein Tag sagt´s dem andern, ohne Sprache ohne Worte.
Dieser Psalm wurde von David ca. 1000 v. Chr. geschrieben. David wollte, dass seine Worte und Gedanken seines Herzens, dem Herrn gefallen. Und sie haben unserem Gott gefallen.
In den Versen 1 – 6 steht die Schöpfung im Mittelpunkt, durch die sich Gott der Menschheit offenbart. Himmel und Festland legen bei Nacht und bei Tag Zeugnis von Gott ab. Dieses Wissen erreicht Jeden, so wie die Sonne in ihrer Kraft täglich scheint und überall hinkommt. Das wir sie manchmal nicht sehen, liegt dann an einer geschlossenen Wolkendecke.
Probieren wir es, kauen wir den Psalm 19. Dieser Psalm besteht aus drei unterscheidbaren Teilen, die man betiteln könnte:
1. Gott durch seine Welt kennenlernen
2. Gott durch sein Wort kennenlernen
3. Gott kennenlernen, indem man nach seinem Wort lebt.
Für mich ist Gott überall, in meinem Sehen, in meinem Tun, in meinen Gedanken. Und wenn ein Gedanke kommt, der mich verunsichert, der mir nicht gefällt, so frage ich ihn: „Kommst du im Namen des Herrn?“
Gott durch sein Wort kennenlernen. Er hat uns durch Mose die 10 Gebote geschenkt. Sie sind keine Verbote, sondern Leitplanken, die uns sicher durch das Leben führen. So wie die Leitplanken an der Autobahn, an gefährlichen Stellen, damit ich mich sicher fühle in meinem Auto. Wer schon in fremden Ländern war, ich denke im Moment an Gran Canaria. Dort war ich an den Küstenstraßen mit dem Mietauto unterwegs, ohne Leitplanken. Unten das blaue Meer – und ich in den Bergen, auf diesen schmalen, engen Straßen, die serpentinenförmig nach unten führen. Nach oben zu fahren, rechts die Felsen ist vom Gefühl her, für mich leichter gewesen.
Oder ich denke an den angebauten Balkon am Schloss Beuggen, in Rheinfelden meiner Heimatstadt. Der Balkon in luftiger Höhe, darunter fließt der Rhein. Ich hatte Glück und bekam einen Platz zum Frühstücken direkt am äußersten Rand. Ja, wenn das Geländer, in Gedanken meine Leitplanke, nicht gewesen wäre, ich hätte mich nie im Leben auf diesen Balkon getraut.
Und so schützt uns Gott mit seinen Geboten, den Leitplanken vor Gefahren. Es gibt uns soviel Freiräume, uns zu entfalten, in seiner Liebe aufzublühen. Er will nur das Beste für uns. Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele.
Erfreuen wir uns an diesem Psalm und danken David für seine viele guten Gedanken.