05.07.2026 / Bibel heute

Gottes Gerechtigkeit

Ein Psalm Asafs. Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging.

Psalm 73

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Asaph: Psalmist im Dienst Gottes

Der 73. Psalm in der Bibel wird Asaph zugeschrieben. Er war einer von drei Leviten, die König David für den Gottesdienst einsetzte. Es gibt Überlieferungen, die davon berichten, dass insbesondere die Psalmlieder von Asaph den Zugang zu himmlischen Dimensionen öffneten. Man sang sie meist direkt im Tempel, der für die Israeliten eine Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellte.

Asaph ist sich dessen bewusst, dass Israel einen wunderbaren Gott hat. Ein Gott, der es gut mit ihnen meint – und so auch mit allen, die ein aufrichtiges Herz haben und diesem entsprechend leben.

Aber es gab auch eine Zeit in seinem Leben, in der Asaph seinen Gott nicht verstand und er sehr an sich und seinem Glauben zweifelte.

Und so begann er seine eigene Lebensgeschichte zu erzählen:
 

Der Neid auf die Gottlosen – ein Stolperstein im Glaubensleben

Mit meiner Lebenssituation kam ich überhaupt nicht mehr klar. Beinahe hätte ich alles verloren, was mir im Leben so wichtig war. Es kam mir so vor, als wäre ich voll auf die Nase gefallen.

Was ist passiert? – Ich fing an, Menschen zu beneiden; – Menschen, die rücksichtslos und selbstherrlich durchs Leben gingen, und scheinbar vielfach erfolgreicher waren als ich, der ich gottesfürchtig und Gutes tuend lebte.

Schlitzohrige Menschen, die es liebten, andere übers Ohr zu hauen, wurden immer reicher. Sie prahlten mit ihrem, größtenteils zu Unrecht erworbenen, Wohlstand. – Das zu sehen, wurde für mich zu einem Stolperstein. Ich wurde sogar eifersüchtig auf sie. Warum ergeht es mir so, wie es mir eben geht, – und warum solchen Leuten, die es meiner Meinung nach nicht verdient haben, so gut? Es ging sogar so weit, dass ich sie um ihre selbstgefällige Sicherheit beneidete.

Diese Leute benahmen sich wie die Axt im Walde. Sie gaben sich allem hin, was sie wollten, sie gingen, wohin sie wollten, sie taten, was sie wollten, und hatten überhaupt keine Sorgen, keine Schmerzen, keine Probleme – sie schienen es geschafft zu haben.

Sie lebten, als würde das Leben niemals enden.

Und über andere, die rechtschaffen durchs Leben gingen, machten sie sich lustig.

Sie versuchten noch nicht einmal, ihre Überheblichkeit und ihren Reichtum zu verbergen. Ihr Lebensstil war grausam und gewalttätig. Sie schienen mit all dem durchzukommen. Niemand hielt sie auf. Ihr eigenes, vermutlich nicht vorhandenes, Gewissen schon gar nicht. Verwöhnt und aufgeblasen sind sie.

Wenn man sie als Snobs bezeichnet, dann ist diese Formulierung noch viel zu freundlich. Sie verachten andere, die nicht in ihrer „Liga“ spielen. – Ja, sogar über Gott machen sie sich lustig! Sie verspotten ihn in aller Öffentlichkeit. Sie wollen sogar die Festtage Gottes abschaffen, die für gottesfürchtige Menschen eine wichtige Bedeutung haben.

Es ist ja nicht nur so, dass sie ein zügelloses Leben führen, das sie eines Tages selbst heimsuchen wird. Nein, sie bringen auch noch mit ihrem arroganten Dummgeschwätz Schaden und Unheil über das Volk.

Die scheinen doch echt zu glauben, sie selbst seien Gott?

In Wirklichkeit haben sie keine Ahnung von nichts! – Aber sie tun so, als hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen. Dabei ist ihre Bildung oft fragwürdig. Aber ein großes Maul lässt sich von der eigenen Dummheit nicht aufhalten. Sie beeindrucken nur sich selbst.

Ich verstehe nicht, wieso sich so viele Menschen von so viel geballter Dummheit blenden lassen und sich so etwas – wie hypnotisierte Kaninchen – zum Vorbild nehmen?

Glauben diese ehrlos durchs Leben walzenden Menschen tatsächlich, dass Gott das nicht sieht? – Von solchen bösen Menschen rede ich. Sie leben ein bequemes Leben, wofür sie nicht wirklich arbeiten mussten. Ihr Reichtum vermehrt sich wie von alleine.

Oder ist die Sache ganz anders – und ich war der Dumme?

Ich habe mich an die Regeln und Ordnungen des Lebens gehalten. Ich habe mich stets bemüht, mein Leben aufrichtig zu leben. – Und dennoch geht es mir manchmal ganz schön „nicht schön“!– War ich derjenige, der dämlich ist?

Es kommt mir manchmal so vor, ich würde jeden Tag unter deiner Erziehung leiden, Herr. Ich fühle mich echt bestraft. – Aber wofür?

Oftmals, wenn ich dich in der Versammlung gelobt und gepriesen habe, dachte ich, ob ich nicht lieber erzähle, dass dir, o Herr, zu vertrauen nicht wirklich etwas bringt. – Das habe ich aber dann doch nicht getan, weil ich damit der Generation meiner Kinder geschadet hätte.

Ich habe so viel gegrübelt und versucht zu verstehen, was hier eigentlich los ist. Je mehr ich nachdachte, umso mehr Fragen hatte ich im Kopf. Ich war erschöpft.
 

Die Wende: Gottes Perspektive verändert alles

Doch plötzlich – als ich die Orte deines himmlischen Daseins aufsuchte – war es so, als würde Licht angehen! Im Licht deiner Herrlichkeit verschwand meine verzerrte Sichtweise. Der Gedankennebel lichtete sich. Ich begann, die Dinge klar zu sehen; – so, wie sie wirklich wahr sind.

Ich schaute von deiner Sichtweise aus auf das Leben der Gottlosen und sah das Schicksal, das sie erwartete. Ich begann zu verstehen, dass auch sie genau das ernten werden, was sie selbst gesät haben:

Sie haben anderer Leben zerstört - sie werden selbst Zerstörung erleben. Sie haben andere beraubt - sie werden alles verlieren. In derselben Öffentlichkeit, in welcher sie andere verspotteten, werden sie selbst ein abschreckendes Mahnmal der Schande sein. Alles wird offenbart.

Ihr bequemes Leben wird ganz plötzlich zu Ende sein. Niemand wird sich mehr für sie interessieren. In der Erinnerung werden sie nur noch so wie ein schlechter Traum sein.

Als ich das erkannte, wurde ich immer unruhiger. Deine Sicht auf die Dinge ist doch so viel anders als mein begrenzter Horizont! Wie konnte ich nur so über dich, o Herr, denken?

Ich bekam Gewissensbisse. – War ich es doch, der in Wirklichkeit dumm war, ohne Sinn und Verstand! Dass ich dachte, du seist ungerecht, – das ist doch an Torheit kaum zu überbieten?
 

Geborgenheit in Gott – die einzige wahre Quelle des Lebens

Aber trotz alledem – ich gehöre immer noch zu dir! Mit deiner göttlichen Kraft hältst du mich fest, damit ich nicht den Lebensmut aufgebe.

Mit deinem Rat, den mir dein Wort gibt, leitest du mich durch das Leben. Und es gibt keinen schöneren Ort, als deine himmlische Gegenwart erleben zu dürfen. Dort, – wo du bist, – da ist mein Zuhause! Alles, was ich zum Glücklichsein brauche, das finde ich doch nur bei dir. Und du bringst mich zu Ehre und Ansehen.

Alles, was ich will, das bist doch nur du! Wer außer dir steht mir an himmlischen Orten zur Seite? Und außer dir begehre ich niemanden als einen Freund auf Erden, so wie du es bist.

Ich habe in meinem Leben schon oft versagt. Aber du bist mir als mein mich liebender Gott immer treu geblieben. Und du hast mir sogar gesagt, dass du an meinem Herzen Wohlgefallen gefunden hast. Du hast meinen Lebensweg genau angeschaut und mich auf meine Tauglichkeit hin überprüft.

Ich brauche niemanden anderen als nur dich. Und ich will niemanden anderen als nur dich!

Wer dir, o Gott, sein Leben hingebungsvoll weiht, den ehrst du auch – mit himmlischer Würde, königlichem Ansehen und einem Segen, der dauerhaft bleibt.

Und tatsächlich – du hast mich so sehr gesegnet, dass ich gar nicht anders kann, als allen um mich herum davon zu erzählen!

Je näher ich in deiner Gegenwart lebe, umso herrlicher und spannender ist es!

Ja – und genau ein solches spannendes Leben mit einem lebendigen, echt erfahrbaren Gott, – das wünsche ich Ihnen!

Autor/-in: Volker Hase