30.09.2026 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott war gar nicht weg

Gedanken von Ellen Hörder-Knop zum Bibeltext Jeremia 29,13-14.

Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

Jeremia 29,13-14

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Vier Jahre lang stand auf unserem Speicher eine Kiste – mit Dingen, die wir längst vergessen hatten.

Beim Umzug fiel sie mir wieder in die Hände. Wir öffneten sie und staunten: Vieles hatten wir überhaupt nicht vermisst. Denn: Was ich nicht vermisse, danach suche ich nicht.

Vielleicht war es bei den Israeliten vor etwa 2600 Jahren ähnlich. Sie hatten Gottes Worte überhört und eigene Wege gewählt. Gott war ihnen aus dem Blick geraten – und sie suchten ihn nicht mehr.

Dann wurde ein Teil des Volkes nach Babylon verschleppt: weit weg von Jerusalem und vom Tempel, dem Ort, an dem sie Gottes Nähe erlebt hatten.

Mitten in diese Fremde hinein sagt Gott durch den Propheten Jeremia:

„Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (Jeremia 29,13–14)

Gott sagt nicht: Ihr habt mich vergessen, also bin ich weg. Im Gegenteil: Sucht mich. Ihr werdet mich finden. Auch in Babylon.

Manchmal ist Gott in meinem Leben wie diese Kiste auf dem Speicher: aus dem Blick geraten. Der Alltag ist voll. Anderes wird wichtiger. Und irgendwann merke ich: Ich suche gar nicht mehr nach ihm.

Doch Gott hat sich nicht zurückgezogen. Er lässt sich finden. Nicht nur an heiligen Orten. Nicht nur, wenn mein Glaube stark ist. In Jesus Christus gibt er sich zu erkennen. Vielleicht ist heute ein guter Tag, wieder nach Gott zu suchen.

Nicht nebenbei. Von ganzem Herzen.