05.04.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott loben? In diesen Zeiten?

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Markus 14,26

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Es sind furchtbare Bilder, die zurzeit auf unseren Fernsehapparaten erscheinen. Zerstörte Häuser in der Ukraine. Tote Menschen, besonders Alte, Frauen und Kinder. Gräueltaten. Verursacht von einem Despoten, der schamlos lügt und Menschen ermordet.

Was fange ich in solchen Zeiten an mit einem Satz, wie er im Bericht des Markus über das Leben von Jesus steht? Da heißt es: „Dann sangen sie die Loblieder und gingen hinaus zum Ölberg.“ Loblieder singen. In Zeiten wie diesen? Ja. Denn genau so eine Situation schildert Markus hier. Es ist der letzte Abend vor der Kreuzigung von Jesus. Er feiert mit seinen Freunden das jüdische Passahfest. Und am Ende werden Lieder gesungen - aus der Bibel. Die Psalmen 115 bis 118. Und in ein paar Stunden wird Jesus hingerichtet.

Und jetzt singt er Loblieder wie Psalm 118? Da ist davon Rede: Der Gott Israels ist gut. Seine Gnade hört niemals auf. Gott ist so viel stärker als jeder menschliche Feind. Und er hat Menschen gerettet aus Gefahren. Diejenigen, die ihm vertrauen.

Wie kann Jesus das jetzt singen? Vermutlich, weil es da auch heißt: „Gott hat mich nicht dem Tod ausgeliefert.“ (Psalm 118,18). Jesus weiß: auch wenn ich morgen sterbe - ich bin und ich bleibe in Gottes Hand. Und er wird mich zurückholen aus dem Tod. Das steht fest.

Auf Gottes Gegenwart und Beistand können auch Sie und ich vertrauen. Auch in schweren Zeiten wie diesen.

Autor/-in: Steffen Brack