26.03.2026 / Wort zum Tag
„Gott loben, das ist unser Amt“
Ich will den HERRN loben allezeit: sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
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Man könnte sich aufregen. Den ganzen Tag. Schimpfen. Meckern. Toben. Und mancher tut das ja auch. Mit den Kindern, die ständig nur aufs Handy starren, statt mal in die Schulbücher zu gucken. Mit dem Ehepartner, der einfach nie richtig zuhört. Mit den Nachbarn, die ständig da parken, wo man selber sein Auto abstellen will. Über die Politik. Über die Einheitspinsel, die die Welt regieren. Dass nichts vorangeht in diesem Land. Und dass alles voller Baustellen ist.
Man nennt uns Deutsche die Empörungsgesellschaft!
Aber Meckern ändert nichts. Und: Luft ablassen lässt einen selber leer zurück. Zumindest ich fühle mich hinterher meist hundeelend. Schimpfen zieht runter.
Aber Loben zieht nach oben. Nicht nur den, der gelobt wird. Auf einmal geht alles viel geschmeidiger. Auf einmal sind alle viel entspannter und motivierter. Loben! Das Lobenswerte in anderen Menschen herausfinden und aussprechen. Bei Menschen muss ich mir das vornehmen. Bei Gott muss man nur eins: Ihn in den Blick nehmen. Wer sich auf ihn einlässt, kann gar nicht anders als ihn loben.
Cornelius Becker schreibt das 1602 in seinen Choral „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt“ so:
Dankt unserm Gott, lobsinget ihm
Rühmt seinen Nam‘ mit lauter Stimm;
Lobsingt und danket allesamt!
Gott loben, das ist unser Amt.
Wie aber lobe ich Gott?
Natürlich zunächst einmal, indem ich es ihm sage. Mit Texten und mit Tönen. Mit Worten und Liedern.
Christen haben das Loben neu entdeckt in den letzten Jahrzehnten. In vielen Gottesdiensten gibt es einen Lobpreisteil. Das ist gut. Das ist aber nicht alles.
Ich lobe Gott zuerst einmal durch mein Vertrauen, durch meinen Glauben.
Was ist denn Glauben?
Gott glauben heißt Gott vertrauen. Sich ihm anvertrauen. Und ihm alles zutrauen. Wenn ich das tue, vielleicht gegen allen Augenschein, dann lobe ich ihn. Ich will mich ihm anvertrauen mit allen Fragen und Sorgen. Und ich will ihm vertrauen, dass er es gut meint mit mir. Und dass er den richtigen Weg für mich weiß.
Ich lobe Gott durch meinen Glauben.
Ich lobe ihn aber vor allem durch mein Leben.
„Gott hat uns dazu bestimmt, etwas zu sein zum Lob seiner herrlichen Gnade.“ So heißt es im Lehrtext zu unserer heutigen Losung der Herrnhuter Brüdergemeine.
Wir sollen also zunächst einmal nichts singen und nichts sagen, wenn wir Gott loben, sondern etwas sein!
Heißt: Wenn du deinen Garten pflegst, lobst du Gott. Wenn du deinem trauernden Nachbarn eine heiße Suppe bringst, lobst du Gott. Wenn du liebevoll deine Mutter betreust, die dement ist, und dich nicht einmal mehr erkennt, lobst du Gott.
Wenn du Manager in einem Konzern bist und den Menschen dienst und nicht nur der Gewinnmaximierung, lobst du Gott.
„Ich will den HERRN loben allezeit: sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ Das heißt: Ich will singen! Es heißt aber auch: Ich will ihm vertrauen. Und ich will Gott in meinem Leben zum Zuge kommen lassen. Das ist mein Amt. Mein Job. Mein Beruf. Meine Berufung. Ein wunderbares Amt!