23.02.2026 / Wort zum Tag
Gott kommt überraschend zu Besuch
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sich seines Volkes angenommen und ihm Erlösung verschafft.
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Nach dem Frühstück klingelt es an meiner Tür. Ich habe den Tisch noch gar nicht aufgeräumt. Die Betten sind noch nicht gemacht, das Bad noch nicht gereinigt. Nun will mich jemand unangemeldet besuchen. Das kommt mir gar nicht gelegen. Das ist mir unangenehm.
Viel angenehmer und erfreulicher sind die Besucher, die sich schon lange angekündigt haben. Selbst wenn sie schließlich überraschend vor der Tür stehen. Groß ist die Freude. „Endlich seid ihr gekommen. Herzlich willkommen!“, jubelt mein Herz voller Freude.
Ähnlich ging es dem Priester Zacharias. Seiner Frau Elisabeth und ihm wurden ein Sohn geschenkt. Es ist Johannes. Später wurde er zum Johannes, dem Täufer. Nach dessen Geburt sang Zacharias ein Gebetslied, das mit diesen Worten beginnt: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk“. Das ist das Lehrtext für heute der Herrnhuter Brüdergemeine nach der Luther-Übersetzung. Vor langer Zeit hat Gott seinen Besuch auf der Erde angekündigt. Die Propheten des Alten Testaments sprachen davon, dass der Messias einmal zum Volk Israel kommen soll. Der Messias wird Frieden herstellen zwischen Gott und seinen Menschen. Er wird die Menschen erlösen von ihren Sünden. Und nun sieht der Priester Zacharias schon im Geist, dass Gott seinen Besuch angetreten hat. „Gott hat besucht.“ Das ist die Vergangenheitsform. Gott ist nicht ferngeblieben. Er hat sich nicht abgewandt. Er hat nicht gewartet, bis die Menschen ihren Weg zu ihm finden. Nein: Er hat sich aufgemacht. Er hat uns besucht. Er ist in unsere Welt gekommen – in unser Chaos, unsere Schwächen, unsere Fragen.
Besucht hat Gott die Menschen, indem er seinen Sohn Jesus auf die Erde schickte. Jesus ist das Gesicht Gottes für die Welt. Wer Jesus anschaut und ihm begegnet, der sieht in ihm Gott, den himmlischen Vater. Das hat den Priester Zacharias so begeistert, dass er ausruft: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!“ Gott hat sein Volk besucht, indem er Jesus auf die Erde schickte. Das war vor vielen Jahrhunderten. Aber heute? Besucht Gott Sie heute auch noch? Können Sie Jesus heute begegnen? Vielleicht geht es Ihnen so ähnlich wie dem Vater Martin.
Dieser arme Schuster las abends regelmäßig seine Bibel. Einmal hörte er, wie jemand zu ihm sprach: „Martin! Schau morgen hinaus auf die Straße. Ich will zu dir kommen.“ Ob das Jesus war, der zu ihm sprach? Im Laufe des Tages hatte Martin Begegnungen mit verschiedenen Menschen. Er lud einen frierenden Straßenkehrer zu sich ein ebenso eine Mutter mit ihrem Kind. Ein kleiner Junge, der beim Diebstahl erwischt wurde, wurde von ihm versorgt. Am Abend las Martin wieder seine Bibel. Er hörte eine Stimme, die ihn fragte, ob er den Besuch Gottes bemerkt habe. Nun erkannte er, dass Gott in diesen Personen, die er aufgenommen hatte, erschienen war. Das kann heute auch noch passieren.
Deshalb halten Sie heute Ihre Augen offen. Gott kommt unerwartet und unscheinbar in Ihr Leben. Lassen Sie heute Abend den Tag Revue passieren und spüren Sie nach, wo Gott Sie besucht haben könnte.