19.03.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott im Bombenschacht

Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!

Jona 2,7

Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!

Menschen, die in Kellern und U-Bahnschächten Zuflucht suchen vor Bomben. Das ist Putins Krieg gegen die Menschen in der Ukraine.

Unwillkürlich musste ich daran denken beim Blick ins Buch des Propheten Jona. Dieser flieht vor Gott und landet schließlich am Meeresgrund, im Bauch eines Walfisches. "Zu den Gründen der Berge sank ich hinab," heißt es dort. "Der Erde Riegel waren hinter mir auf ewig geschlossen."

Als Enkel der Kriegsgeneration kenne ich dies nur aus Erzählungen und aus dem Fernsehen. Aber Jonas Schilderung dieser existenziellen Bedrohung scheint dem zu entsprechen.

Hilft beten? In der akuten Bedrohung zur Beruhigung bestimmt. Aber allein reicht Beten sicher nicht. Wir müssen praktisch helfen, Hilfsgüter sammeln, Flüchtlinge aufnehmen und die Politik braucht ganz viel Weisheit, um den Wahnsinnigen im Kreml zu stoppen.

Die Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, sagen: ihnen habe das Wissen geholfen, dass jemand an sie denkt und für sie betet. "Da führtest du mein Leben aus der Grube herauf, Herr, mein Gott."  So schließt Jona seinen Bericht. Wir müssen die Situation vom Ende her denken und auf einen guten Ausgang hinarbeiten, um zu überleben. Wir müssen Gott mit hineinnehmen in diese schrecklichen Zeiten. Gott suchen, statt vor ihm zu fliehen oder ihn außen vor zu lassen. Das tut Not. Denn ohne Gott wären wir erst recht verloren - alle.

Autor/-in: Andreas Odrich