04.05.2026 / Wort zum Tag

Gott hilft durch

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

Psalm 68,2

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„Wie geht es Ihnen?“ Das ist eine interessante Frage, aber sie ist auch alltäglich. Es ist eine gewöhnliche Frage, die ich so nebenbei stelle.

Ich frage einmal genauer: Was läuft in Ihrem Leben gut, was läuft schlecht? Und wenn Sie Christ sind, wie lebt es sich als Christ, was unterscheidet Sie von anderen Menschen?

Der Bibelvers für heute stammt aus einem Psalm, der von Israel handelt. Israel als Volk Gottes, das von Feinden umgeben ist. Immer wieder erleben sie Angriffe, werden angefeindet, viele wollen die Israeliten sogar vernichten.

Deshalb hört sich dieser Psalm manchmal kriegerisch an. Gott erhebt sich und seine Feinde zerstreuen sich.

Der Vers 20 lobt Gott in diesem längeren Psalm. Gott ist immer zu loben, Tag für Tag. Warum? Er legt Lasten auf, aber er hilft auch.

Das entspricht genau der Lebenswelt des Volkes Gottes, der Lebenswelt von Israel. Frieden erleben sie selten. Meistens müssen sie sich gegen irgendwelche Feinde wehren, die ihnen ihr Land wegnehmen und sie als Volk auslöschen wollen. Doch in all dieser Not erleben sie: Gott ist da, Gott ist bei ihnen, Gott ist mit ihnen. Der Gott Israels lässt sein Volk nicht allein. Er lässt sie selbst dann nicht allein, wenn sie ihm untreu werden. Gott ist mit seinem Volk nie am Ende, und er behält immer die Fäden in der Hand. Gott ist gut, er ist sogar ein Vater der Waisen, ein Helfer von Witwen. Hilflosere Menschen gibt es kaum. Deshalb ruft der Psalmbeter zum Lob auf.

Ist das nicht auch unsere Lebenswirklichkeit, die von Ihnen und mir? Lösen sich alle Probleme in Luft auf, weil Sie an Jesus Christus glauben?

Wer behauptet, werde Christ und du wirst nie Probleme haben, der sagt etwas Grundverkehrtes. Das hat uns Jesus auch nie versprochen.

Nein, auch Christen haben die ganz normalen Probleme des Lebens. Sie erleben Scheitern, sie erleben Katastrophen. Wenn es dem Land wirtschaftlich schlecht geht, stecken sie mittendrin und erleben alle Schwierigkeiten am eigenen Leib.

Dazu kann es sein, dass ich für meinen Glauben belächelt werde. „Ach ja, dieser komische Kerl, was der sagt.“

Viele Christen erleben es sogar, dass sie angegriffen werden. Sie sind die Unruhestifter, die auf ihren Jesus beharren. Sie führen die Familientradition nicht weiter, sondern gehorchen nur noch Jesus. Sie brechen aus der Religion der Familie, der Ideologie des Landes aus und stellen ihren Gott an die erste Stelle. Das kann sogar dazu führen, dass sie für ihren Glauben ins Gefängnis müssen.

Und was dann? Weshalb soll ich dann Jesus nachfolgen? Ist es für mich hier immer schlimmer als für andere? Aber wie Israel erleben Christen auch, dass Gott ihnen hilft. Wie Israel erleben sie, dass Gott sie nicht im Stich lässt.

Er legt eine Last auf, ja, auch ein Leben als Christ ist kein Schlaraffenland. Aber Gott ist da. Er hilft weiter, er hilft durch. Er schenkt mir eine Beziehung mit ihm, die mich für alles andere entschädigt.

Ich bin nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert. Ich gehöre Gott dem Allmächtigen. Er ist immer noch der, der alle seine Feinde zerstreut, wenn er sich erhebt. Immer wieder haben Gottes Feinde das erlebt. Wie viele gottfeindliche Ideologien sind mittlerweile zerbrochen?

Und einmal wird er das endgültig tun. Wenn Jesus wiederkommt, werden Gottes Feinde endgültig und für alle Ewigkeit zerstreut. Und er hat versprochen, die Seinen durchzutragen und sicher in sein Reich zu bringen.

Ja, Gott ist jeden Tag zu loben. Er legt eine Last auf, aber er hilft auch.

Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen und mir.

Autor/-in: Wilhelm Schneider