05.03.2026 / Wort zum Tag

Gott hält mich in seiner Hand

Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da.

Jesaja 48.13

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Haben sie heute Nacht gut geschlafen? An der Schwelle vom Wachbewusstsein hin zum Schlaf brauche ich eine tüchtige Portion Urvertrauen. Aber genau dieses wird durch die Ereignisse der zurückliegenden Monate stark erschüttert. Nachrichten über Kriege, Terroranschläge und Naturkatastrophen bringen die mir lieb gewordene Verlässlichkeit der Welt ins Wanken. Es sieht so aus, als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Das stabile Dach über den Köpfen ist einsturzgefährdet. Achtzig Jahre lang haben wir gute Zeiten mit stetem wirtschaftlichem Wachstum, Sicherheit und persönlicher Freiheit genießen können. Ist es jetzt damit vorbei? Was wird aus der Generation unserer Kinder und Enkel? In welcher Welt werden sie groß?

In dieses bange Fragen hinein spricht heute ein Bibelwort aus dem Buch Jesaja, Kapitel 48, Vers 13 zu uns. Es ist allein der lebendige Gott, der uns als souveräner Schöpfer und Herr der Welt begegnet. Er schenkt Geborgenheit und verspricht: „Meine Hand hat die Erde gegründet.“ Auch wenn sich alle irdischen Sicherheiten auflösen, der dreieinige Gott ist der Anker, der zuverlässig die Welt in seiner Hand hält. Er trägt den ganzen Kosmos.

Gott verweist auf sein zuverlässiges Wort: „Ich rufe, und alles steht da.“ Es bedarf nur eines Zurufs vom Schöpfer und die Lage kann sich grundlegend verändern. Wir können uns auf Gottes uneingeschränkte Zusagen verlassen.

Durch den Propheten Jesaja ermutigt uns Gott gerade in Zeiten des Umbruchs und des Zerbruchs, auf ihn zu vertrauen. Ob wir wachen oder ruhen, er ist uns auf Rufweite nahe. Er überhört unser Gebet nicht.

Mögen die Mächtigen dieser Welt sich noch so sehr aufplustern und als Herren der Welt gebärden, es gilt das Gotteswort: „Meine Rechte hat den Himmel ausgespannt.“

Vielleicht denken Sie jetzt: Gott sei Dank, dass viele Katastrophen weit weg von uns auftreten. Ich habe meine Sicherheit in schweren Erschütterungen und im Ernstfall im Gebet vor Gott gebracht. Die Herausforderungen der Gegenwart werfen dunkle Schatten auf unseren Alltag. Die Finsternisse und Sorgen lassen sich nicht einfach abschütteln. Wie steht es mit meiner Gesundheit? Wie kann ich meine finanziellen Probleme in den Griff bekommen? Werden meine Kinder und Enkel neu das Vertrauen zu Jesus fassen?

Für den allmächtigen Schöpfer sind das keine aussichtslosen Hindernisse. Der neutestamentliche Bericht von der Stillung des Sturms macht das deutlich. Jesus ruft den Jüngern im Boot zu: „Seid getrost, ich bin’s. Fürchtet euch nicht.“ Petrus, der es wagt, Jesus auf dem Wasser entgegenzugehen, versinkt angesichts der Untiefen. Als sie zurück im sicheren Boot sind, fallen die Menschen vor Jesus nieder und sagen: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“

Paulus schreibt, „Christus ist das Abbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung, denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist. Das Sichtbare und das Unsichtbare.“ (Kolosser 1,15-16) Es besteht alles durch ihn und zu ihm. Jesus hat die Macht über alle Naturgewalten und alle Ereignisse der Weltgeschichte. Wer ihm vertraut, darf ihn anflehen, auch wenn er in der Tiefe zu versinken droht: „Herr, hilf mir!“ Christus reckt uns seine rettende Hand entgegen. Das kann ich erfahren, gerade in den Bedrohungen des Lebens und der Welt.

Autor/-in: Prof. Dr. Rolf Hille