08.09.2026 / Wort zum Tag
Gnade von Jesus für euch
Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!
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„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ heißt es heute im Lehrtext der Herrnhuter Losungen. „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ Das ist das letzte geschriebene Wort in der Bibel. Ein Schlusswort. Mit den Schwerpunkten „Gnade“, „Herr Jesus“ und „mit euch allen“. Dieses „mit euch allen“ meint nicht einfach alle Menschen zu allen Zeiten. Es meint jene, die die Bibel hörbereit bis zum Schluss lesen und dem glauben, der hinter den Verfassern steht. Denn die Bibel ist Gottes Wort an die Menschen, überbracht durch geist-begabte Zeugen des Glaubens wie dem Apostel Johannes, der die Offenbarung schrieb. Glaube ich, glauben Sie der Bibel, dem heiligen Wort Gottes? Dann sind wir die Adressaten.
Aber wovon? Auch das verrät der Schluss-Vers: Gnade und Jesus oder Jesus und Gnade. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Gnade eigentlich das Gegenteil ist von allem, was ich denke und fühle. Adam und Eva verstecken sich vor Gott, weil sie sich schämen und fürchten. Und alle Menschen sind seit dem Sündenfall von Gott getrennt und verirren sich auf ihrem Lebensweg. Auch ich. Obwohl ich das Leben nicht erfunden und auch mir selbst nicht gegeben habe, versuchte ich, die Betriebsanleitungen für mein Leben so umzuschreiben, wie es mir passt. Ich tat das, wovor der Apostel Johannes in seiner Offenbarung am Ende warnt. Gottes Wort, Jesus und seine Gnade zu ignorieren, also vom Wort etwas weg zu nehmen oder hinzuzufügen. Und so war ich ein Mensch, der versuchte ohne Jesus und ohne die Gnade irgendwie durchzukommen. Und ich denke, dass ich hier nicht der Einzige bin, der die Erfahrung gemacht hat: Wo Jesus und die Gnade Gottes keinen Raum mehr haben, wird das Leben immer härter und dunkler. So kam ich schon als junger Mensch zu dem Schluss, am besten alles aufzulösen, weil in meinen Augen mein Leben nicht gut und nichts wert war. Am Ende ist doch alles sinnlos.
Doch ein Mensch, der mit seinem Schöpfergott durch Jesus verbunden ist, der empfängt die Gnade und wird aus der Gnade leben. „Wer auf den Herrn hofft, der wird Güte empfangen“, heißt es in der Tageslosung (Psalm 32,10). Und dafür bin ich sehr dankbar. Denn ich brauche die Gnade, also die Vergebung von Gott jeden Tag neu. Gott ist in seinem Wesen gnädig, die Gnade ist die Mitte seiner Gedanken und Handlungen. Gott fragt unentwegt: Wo ist etwas zu vergeben, wo kann ich meine Gnade walten lassen. Wo ist eine Möglichkeit, sich zu versöhnen, zu heilen und zu helfen? Gottes Gnade ist ein ununterbrochener Strom von Barmherzigkeit, Liebe und Zuwendung. Das erfährt der verlorene Sohn im Gleichnis Jesu, das habe ich erfahren und viele andere.
Aber manchmal bin ich dann auch wie im Gleichnis der ältere Sohn, der beim Vater bleibt, weil das gesetzlich richtig ist. Und wenn ich alles richtig mache, brauche ich ja keine Gnade mehr. So leben bis heute auch viele gläubige Menschen.
Und sie sind dann wie der ältere Sohn frustriert, weil es ohne Gnade eben hart und gnadenlos wird. Nicht nur in einer weltlichen Gesellschaft, sondern auch in der Kirche.
Der jüngere Sohn wird durch die Gnade vollständig wiederhergestellt – in seiner Identität, seiner Würde und seiner Bestimmung. Und er ist glücklich. Vielleicht wenn das Gleichnis weitererzählt würde, könnte ich sehen, wie die empfangene Gnade und Vergebung den Sohn so verändert, dass er fortan mit den Mitmenschen ganz anders umgeht und es durch seine Gnade und Barmherzigkeit etwas heller wird in der Welt! Ich will mich auch von Jesus und der Gnade Gottes berühren, anstecken und senden lassen. „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“