26.12.2021 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Gnade im Futtertrog

Aber du, HERR, mein Herr, / sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: Errette mich!

Psalm 109,21

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Heute ist der zweite Weihnachtsfeiertag. Für viele Menschen die Gelegenheit, sich die Beine bei einem schönen Spaziergang zu vertreten und sich dabei mit Freunden und Verwandten zu treffen, denen man an den Tagen zuvor nicht begegnen könnte, weil es Kontaktbeschränkungen verhindert haben. Auch meine Familie hat sich zurückgehalten mit Besuchen und dem Feiern im größeren Kreis. Sicher ist sicher. Selbst den obligatorischen Weihnachtsgottesdienst haben wir nur am Fernseher mitverfolgt.

Wobei, was heißt eigentlich nur? Viele Menschen können auch außerhalb von Pandemie-Zeiten keinen Gottesdienst besuchen und müssen Weihnachten allein feiern, weil sie krank oder allein sind oder beides. Und immer wieder stellt sich mir die Frage neu: Was ist Weihnachten für mich?

Eine Antwort darauf: Gott wird Mensch und kommt in das Elend dieser Welt, wo Krankheit, Einsamkeit, Schuld und Not herrschen. Innere und äußere Not. So wie es der Psalmschreiber David beschreibt: "Herr, mein Gott, tritt für mich ein! Dafür stehst du doch mit deinem Namen. Ja, deine Gnade tut mir gut. Reiß mich heraus aus dem Unglück!“ (Psalm 109,21)

Gott ist bei mir in dem Kind im Futtertrog. Seine Gnade zeigt er genau dort, in einem einfachen Stall. Das ist mein Trost, dass Gott mir so nahe kommt und mich nicht alleine lässt. Er rettet mich aus Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Angst. Und das tut er auch ohne Gottesdienstbesuch und Feier, wenn ich es nur von Herzen glaube.

Autor/-in: Horst Kretschi