15.09.2026 / Bibel heute
Glauben bezwingt die Angst
Dies ist das Gebet des Propheten Habakuk, nach Art eines Klageliedes: HERR, ich habe die Kunde von dir gehört, ich habe dein Werk gesehen, HERR! Mache es lebendig in naher Zeit, und lass es kundwerden in naher Zeit. Im Zorne denke an Barmherzigkeit! Gott kommt von Teman und der Heilige vom Gebirge Paran. Sela. Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und seines Ruhmes ist die Erde voll.[...]
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1. Habakuks Ausgangslage und sein Bekenntnis
Gibt es Freude, die ewig ist? Die nicht zerbricht und auch keine Kratzer bekommt?
Gibt es Freude, die immer tiefer geht und wo wir kein Ende erleben?
Am Ende unseres heutigen Bibelabschnitts sagt der Prophet Habakuk: „Ich aber will mich freuen in dem HERRN und frohlocken über den Gott meines Heils!“
Wie kommt Habakuk zu diesem Bekenntnis? Sind seine persönlichen Lebensumstände und die Situation seines Volkes so toll? Nein, ganz und gar nicht! Habakuk tritt als Prophet Gottes um das Jahr 612 v. Chr. in Jerusalem auf. Das Königreich Juda befindet sich in einer gewaltigen Krisenzeit. Die göttlichen Ordnungen werden missachtet und politische Unruhen sind an der Tagesordnung. Korruption, Götzendienst und Gewalt prägen die Gesellschaft. Außerdem bedroht das aufstrebende babylonische Reich die Stadt und das jüdische Volk. Zu alldem scheint Gott zu schweigen. In dieser trostlos scheinenden Situation betet Habakuk! Er steht vor Gott und bittet ihn um Rettung in diesem gewaltigen Psalmgebet. Er erinnert Gott an seine großen Taten mit seinem Volk und bittet ihn um sein Eingreifen in der Gegenwart.
2. Habakuks Gebet und Gottes Macht
Dieses Gebet kann uns auch heute ermutigen, in Zeiten der Not auf Gottes Treue und Kraft zu vertrauen. Wir werden daran erinnert, dass Gott auch in den dunkelsten Momenten da ist und wir uns auf seine Führung verlassen können. Habakuk drückt in seinem Gebet den tiefen Glauben an Gottes Souveränität aus. Er vertraut darauf, dass Gott richtig handelt. Das möchte ich auch tun!
Der Prophet Habakuk verkündet seinen Landsleuten, wie sie ihr Leben in der Verantwortung vor Gott und den Menschen führen sollen. Aber die Leute wollen das nicht hören. Sie verachten Gott und scheren sich nicht um seine Gebote. Habakuk betet im Bewusstsein, dass das Volk Gottes gutes Eingreifen nicht verdient, aber er bittet Gott um Barmherzigkeit. Leidenschaftlich bittet der Prophet um Gottes Eingreifen. Er betet um Barmherzigkeit inmitten von Bedrängnis und Not. Habakuk sieht den Schöpfer des Himmels und der Erde in seiner gewaltigen majestätischen Pracht. Man kann sich vorstellen, wie der ganze Kosmos von seiner Pracht erfüllt ist, eine unermessliche Herrlichkeit Gottes. Sein Licht durchdringt alle Finsternis und gibt immer neu Hoffnung und Trost. Auch in jeglicher Bedrohung oder Herausforderung ist Gott ganz nahe! Inmitten aller Gefahren geht er voran, um zu führen und zu beschützen.
Gott sagt: „Vertraue mir!“ Und ich frage: „In welchen Bereichen meines Lebens will ich heute Gottes Führung und Schutz ganz bewusst annehmen?“ – Selbst die stabilsten Elemente der Natur erbeben vor Gottes Herrlichkeit. Nichts liegt außerhalb seiner Kontrolle. Gott steht in seiner Herrlichkeit auch über den Naturgesetzen. Er lenkt sie nach seinem Belieben. Die Verse aus Habakuks Psalm machen deutlich, dass Gott alle Macht hat. Auch die Macht, unser Leben und unsere Welt zu verändern. Gottes Wege sind beständig und zuverlässig. Darauf ist Verlass! Er führt sicher durch jede Herausforderung. Glauben an Gott bedeutet nicht einfach, irgendwelche Gebote einzuhalten und sich an ein paar Regeln zu halten. Vielmehr geht es darum, dem lebendigen Gott zu vertrauen. Ich darf eine tiefe Beziehung zu Gott haben. Nur dieses Gegenüber kann mich glücklich machen. Das war die feste Verheißung an Habakuk in schwierigen Zeiten.
3. Gottes Zusage der Rettung
Auf die Frage: Warum nimmt Gott nicht alle Not und alles Unrecht einfach weg, verspricht der lebendige HERR: „Du wirst mitten in diesen schwierigen Umständen nicht untergehen. Vertraue nur auf mich!“
In den Versen 13–15 zeigt Gott seine Macht zur Errettung seines Volkes. Dort heißt es: „Du zogst aus, deinem Volk zu helfen, zu helfen deinem Gesalbten.“ Das
hat sich etwas mehr als 600 Jahre nach Habakuks Zeit in JesusChristus erfüllt. Er hat durch sein Leiden und Sterben für uns Menschen am Kreuz von Golgatha diese Rettung ein für alle Mal vollbracht. In Jesus ist die Verheißung an Habakuk wahr geworden. Keiner muss verloren gehen! In Jesus Christus finden wir unser Heil und unsere Rettung. Jeder Mensch kann sich vertrauensvoll an Jesus wenden. Er hat versprochen: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!“ Er ist unser Schutz und unsere Hoffnung auch in allen Zeiten der Not! Seine Liebe und Treue sind unerschütterlich.
4. Gericht, Angst und das große Dennoch
Der Prophet Habakuk hat seinerzeit in der gewaltigen Macht Gottes aber auch Gottes Gericht erkannt, welches vom Heer Babylons über Jerusalem und seine Bewohner hereinbrechen würde. Gottes Gericht ist die Folge des Ungehorsams! Habakuk zeigt persönlich die richtige Reaktion eines Menschen gegenüber der souveränen Macht Gottes. Seine eigenen Schwächen, Fehler und Sünden erkennt er. Im Vers 16 beschreibt er seine Erschütterung und all seine Angst: „Weil ich solches höre, bebt mein Leib, meine Lippen zittern von dem Geschrei. Fäulnis fährt in meine Gebeine, und meine Knie beben.“ Und so betet er weiter: „Aber ich will auf dich, du meinen Gott harren, damit ich Ruhe
finde am Tag der Not, wenn das Heer der Feinde gegen das jüdische Volk heraufzieht und es angreifen wird.“
Es geht darum, inmitten der Bedrohung Ruhe zu finden, indem man sich auf den Glauben an Gott und seine Kraft verlässt. Das ist eine Ermutigung, sich in Zeiten der Prüfung an Gott zu klammern, um durchzuhalten.
In Vers 18 kommt dann das große Aber im Psalmlied Habakuks: „Ich aber will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“
Der Beter bleibt nicht bei der Klage stehen. Trotz der schwierigen Umstände und der scheinbaren Ausweglosigkeit weiß Habakuk um ein Dennoch! Er will Gott loben und ihm vertrauen. Er zeigt es deutlich: Die Freude an Gott muss nicht von äußeren Umständen abhängen, sondern sie kann eine tiefe Gewissheit von Gottes Wesen und seiner Treue sein. Diese Freude ist viel tiefer als bloße Glückseligkeit. Sie ist eine innere Gewissheit, dass ich immer von Gottes Vaterhänden gehalten bin, ganz egal, was geschieht. Die Frage ist: Vertraue ich ihm?