21.04.2026 / Wort zum Tag

Glaube im Lot

Dem alleinigen Gott, unserm Heiland durch unsern Herrn Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

Judas 1,25

Ihr Browser unterstützt HTML5 Audio nicht!

„Dem alleinigen Gott, unserem Heiland durch unseren Herrn Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.“ (Judasbrief, 1,25)

Hoppla, das schreibt Judas? Ist der nicht durch einen grausamen Selbstmord ums Leben gekommen, nachdem er Jesus im Garten Gethsemane verraten hatte?

Nein, der Judas war es nicht. Der Name Judas kommt in der Bibel öfters vor. Natürlich Judas Iskariot, der Verräter, aber auch Judas Makkabäus, der Befreiungskämpfer gegen die hellenistischen Seleukiden und Judas der Galiläer, auch ein Freischärler gegen Rom. Unter den Jüngern Jesu wird außer Judas Iskariot ein Judas Thaddäus benannt. Der Judas, der den Judasbrief so gegen 70 nach Christus geschrieben hat, ist ein leiblicher Bruder von Jesus, der scheinbar erst nach der Auferstehung des Erlösers zum Glauben an ihn kam.

Das verschweigt er im Brief, aber als „Bruder des Jakobus“ (der ebenfalls ein Bruder Jesu war) outet er sich im ersten Vers. Er war also kein Apostel, aber er hat um die Reinhaltung des Glaubens in seinem Brief gekämpft. Damals war die Gemeinde Jesu noch nicht durch Verfolgung von außen bedroht, sondern durch interne Streitigkeiten um die reine Lehre. Es war schwierig, es gab noch kein Neues Testament und auch Paulus musste sich mit den theologischen Spitzfindigkeiten und moralischen Verirrungen der frühen Gemeinde auseinandersetzen.

Judas zieht ziemlich blank und schreibt sogar von Verfluchung der Irrlehrer. Aber nach dem düsteren Blick auf die Gefährdung der Gemeinde kommt er am Schluss (Vers 25) zu einem überragenden Gottesbekenntnis. „Dem alleinigen Gott, unserem Heiland durch unseren Herrn Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit, Amen“.

Nervt es Sie nicht auch manchmal, dass in der Kirche, in den Gemeinden und freikirchlichen Gruppen so viele Nebensächlichkeiten verhandelt werden? Das sind nicht immer handfeste Irrtümer oder sektenverdächtige Irrlehren, sondern meist Diskussionen oder Aktivitäten, die nicht gerade das Evangelium vorantreiben. Der Briefschreiber Judas hat auch darunter gelitten. Nach allem, was er an den Adressaten seines Briefes zu bemängeln hatte, schließt er mit dem Blick auf den einzigartigen Gott, zu dem er sich in seiner Sorge um die jungen Christengemeinden flüchtet. Wie auf einem sicheren Felsen steht er da und zeigt als Höhepunkt seines Briefes auf den unvergleichlich erhabenen Gott.

Wenn Ihnen die Situation Ihrer Gemeinde wieder einmal zu schaffen macht, dann blicken Sie auf den Gott, der schon immer da war, der durch Jesus uns eine völlig neue Perspektive zum Leben gegeben hat. Ein Gott, der zu unserer Rettung das Beste – seinen Sohn – am Kreuz geopfert hat. Ein Gott mit einem Herzen voller Liebe. Ja, wir haben einen Gott, der sich bei unserem Tod nicht traurig abwendet, sondern uns zur Seite steht. So einen Gott haben wir – was sind dagegen die kleinlichen Streitereien? Anbetung, Ehre und Majestät gehören ihm. Formulieren Sie als Gebet gleich ein paar Sätze der Anbetung und des Lobes, Sie werden merken, der Glaube und die Realitäten des Lebens kommen ins richtige Lot.


Mehr zum Judasbrief

Autor/-in: Albrecht Kaul