10.03.2026 / Wort zum Tag
Gilt mir das „Fürchte dich nicht“ wirklich?
Fürchte dich nicht, ich bin mit dir: weiche nicht, denn ich bin dein Gott.
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Menschen haben Angst. Ich habe Angst und Sie vermutlich auch. Der Satz „Hab keine Angst, ich bin da“ kann eine Ermutigung sein, denn es ist gut, wenn ich nicht allein bin. Und doch stellt sich die Frage: Wer sagt diesen Satz? Ist der, der mir die Angst nehmen will, wirklich stärker als das, was mir Angst macht? Im 41. Kapitel des alttestamentlichen Buches Jesaja ist es Gott selbst, der ausrichten lässt: „Fürchte dich nicht.“ Diesen Satz lese ich übrigens an mehreren Stellen in der Bibel, wo Gott zu Menschen spricht oder ihnen eine Botschaft ausrichten lässt. Denn Gott kennt uns, er kennt unsere Ängste und er ist größer als das, was uns Angst macht.
Ich persönlich mag diesen Bibelvers sehr. Es macht Mut, wenn der allmächtige Gott selbst sagt: Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich! Aber gilt dieser Satz mir überhaupt oder wem gilt er?
Zunächst richtet sich die Botschaft, die Jesaja hier weitergibt, an das Volk Israel. Ein Großteil der Juden war in babylonischer Gefangenschaft und sie waren sozusagen zum Spielball der Mächtigen geworden. Sie hatten ihr Land und ihr Zuhause verloren. Und sie hatten den Eindruck, dass Gott sich von ihnen abgewendet hat und seine Geschichte mit dem Volk beendet ist. Doch Gott lässt ihnen ausrichten, dass trotz allem Gericht und aller Strafe, trotz der scheinbar hoffnungslosen Lage, seine Geschichte mit Israel weitergeht und er mit ihnen neu anfangen wird.
Auch heute denken viele Menschen, dass Gottes Geschichte mit Israel beendet ist. Vielerorts macht sich wieder Antisemitismus breit und damals wie heute ist Israel ein zahlenmäßig kleines Land mit vielen Feinden, welches immer wieder in seiner Existenz bedroht wird. Aber bis heute gilt, dass Gott mit Israel eine besondere Geschichte schreibt und dass die Juden in besondere Weise sein Volk sind. Antisemitismus richtet sich immer auch gegen Gott. Gott beschützt sein Volk, auch dann noch, wenn er es straft. Unter Christen darf Antisemitismus keinen Platz haben.
Das 41. Kapitel des Buches Jesaja sagt uns bis heute, dass Gott den Feinden Israels entgegentreten wird und Israel beschützt. Denn es ist sein Volk.
Seit Jesus darf allerdings jeder zu Gottes Volk gehören, der an Jesus Christus glaubt. Es gibt einen neuen Bund, ohne dass der alte Bund ungültig wird. Der neue Bund ist der Bund zwischen Gott und den Christen. Deshalb gilt bis heute: „Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“
Er ist der Gott, der seine Kinder beschützt, der Gott, der größer ist. Nicht nur größer als die Babylonier aus der Zeit Jesajas, sondern auch größer als das, was uns heute Angst macht. Und es machen sich heute viele Ängste breit.
Ja, ich glaube, dass Gott bis heute manchmal diese Zusage auch ganz gezielt und persönlich in die Situation von Menschen hineinspricht: „Fürchte dich nicht, ich beschütze dich.“ Und das ist dann kein „es wird schon wieder“ von einem Menschen, der es gut meint, aber doch nichts machen kann. Es ist die mutmachende Botschaft von dem Gott, der Menschen stark machen kann, der mit seiner siegreichen Hand eingreifen kann, der beschützen kann und der ihr Gott sein will. Der Gott, der vertrauenswürdig ist und der Gott, mit dem ich immer den stärkeren an meiner Seite habe. Der Gott Israels und mein Gott. Deshalb gilt sein „Fürchte dich nicht“ auch mir. Und wenn Gott Ihr Gott ist, dann, dann gilt es auch Ihnen. Hier und heute.