17.03.2022 / Anstoß - Gedanken zum Tag

Geistliche Kurzatmigkeit

Gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre.

5. Mose 8,2

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Japsen, Schnaufen, Seitenstechen … Nein, Laufen war noch nie mein Ding. Bis vor gut zehn Jahren. Da brachte mir mein Sohn das Laufen bei. Er bremste mich ab, wenn ich zu schnell war. Gab mir Tipps, die ihm seine Sportlehrerin gegeben hatte. Und siehe da. Seitdem kann ich laufen!

Genauso kurzatmig wie beim Laufen hat mein Glaubensleben angefangen. Ich war sprichwörtlich kein Langstreckentyp. Viel zu schnell für meinen Geschmack hing ich geistlich in den Seilen.

Doch heute verstehe ich: Gott nimmt mich in sein Trainingsprogramm – so wie er es vor weit über 3.000 Jahren mit seinem Volk Israel gemacht hat. Mose, der große Prophet Gottes, spricht:

„Erinnere dich, Israel, an den Weg, den der HERR, dein Gott, dich geführt hat:
40 Jahre lang hat er dich durch die Wüste geführt. Er wollte dir zeigen, wie sehr du ihn brauchst.
Er wollte dich prüfen und herausfinden, was in deinem Herzen vorgeht:
Wirst du seine Gebote befolgen oder nicht?“ (Deuteronomium 8,2 – BasisBibel)

40 Jahre Wüste – ein hartes Trainingsprogramm. Aber am Ende stand die Erkenntnis: Ich brauche Gott! Ohne ihn, auf meine eigene Kraft gestellt, bin ich aufgeschmissen.

Und genau das habe auch ich gelernt. Ich habe erfahren: Meine Kurzatmigkeit in geistlichen Dingen ist gar kein Problem für Gott. Dort, wo meine Kräfte aufhören, wo ich anfange zu zweifeln, ist er längst da. Gott bringt mich weiter. Er trainiert mein Vertrauen in ihn und erreicht gemeinsam mit mir Ziele, die zu erreichen ich nicht zu träumen gewagt hätte.

Deshalb bin ich zwei Trainern in meinem Leben besonders dankbar: meinem Sohn für seine Lektionen beim Laufen – und Gott selbst, der mich geistlich fit und damit lebenstüchtiger gemacht hat.

Autor/-in: Oliver Jeske